Ähhm. Das Thema mit den Füllwörtern bei Präsentationen - #69

Ellen Riesterer
30. Juni 2022

Manche Punkte lassen sich in Sachen Vortragstil nicht oft genug wiederholen. Füllwörter dagegen schon!

Hast du dir mal bewusst beim Reden zugehört? Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Füllwörter – wie «Ähm» und Co. – sich da einschleichen. Richtig auffallen tut uns dies aber normalerweise nur bei anderen Menschen, denen wir mehr oder weniger gezwungen sind zuzuhören. Bei einer Präsentation, beispielsweise. Und es ist nun mal Fakt, dass wir Rednern, die sich oft und gerne Füllwörter bedienen, zwangsläufig Kompetenz, Stil, Bildung und Status absprechen. «Uhms», «Ähms», «Hmmms» und «Alsos» vertonen automatisch die Unsicherheit des Vortragenden.

Die gute Nachricht: Füllwörter lassen sich abtrainieren! Wie das geht, verraten wir dir in diesem Artikel.

Desto nervöser – desto mehr «Ähms»

Es ist tatsächlich so: Wenn wir nervös und angespannt sind und in diesem «Zustand» mit anderen kommunizieren, setzen wir wie selbstverständlich mehr Füllwörter – oder besser gesagt Verzögerungslaute – ein. «Äh» ist ja schliesslich kein richtiges Wort.

In einer unentspannten Situation läuft unser Hirn auf Hochtouren und arbeitet quasi im Alarmzustand. Optische Reize werden schneller analysiert, das Gehör gespitzt, der Puls erhöht, usw. Klar, dass unsere Denkkiste da weniger Ressourcen für das Finden von Worten bereitstellt. Treu der Devise: «Nicht quatschen! Aufpassen!»

Wenn uns beim Reden ein Wort nicht einfällt, machen wir eine kurze Pause und suchen danach. Gefüllt wird diese Pause dann auch gerne mit einem schönen und langgezogenen «Ähhhhhhm». Oder einem deplatzieren «Also». Mit diesen Verzögerungslauten verschaffen wir uns Zeit. Vom Prinzip her echt praktisch – nur hört sich das bei einem Vortrag leider wenig kompetent an.

Der Clou: Übe deinen Vortrag einige Male! Du machst dich zu 100 % mit dem Inhalt vertraut, kennst deine Slides wie deine Westentasche und feilst deinen Vortragsstil aus. Am Tag des Geschehens bist du deutlich relaxter, selbstsicherer und somit auch redegewandter. Ergo schleichen sich auch deutlich weniger Füllwörter in deinen Vortrag.

Wie du Verzögerungslaute bei Vorträgen handhaben kannst

Eine völlig unfundierte Annahme bei FolienWerke lautet: Im Italienischen werden wahrscheinlich von Natur aus sehr wenige Füllwörter benutzt. Der Grund hierfür sind die vielen Gesten, die wie selbstverständlich diese wunderschöne Sprache untermalen. Sprachwissenschaftler haben tatsächlich herausgefunden, dass das Gestikulieren unserem Gehirn dabei hilft, Wörter schneller zu finden.

Ein paar Tipps, die beim Vermeiden von Füllwörtern helfen:

1. Konzentration auf das Wesentliche

Konzentrieren dich! Aber nicht darauf, wie viele «Ähs» dir wahrscheinlich während des Vortrags herausrutschen werden. Fokussiere viel eher auf den Inhalt und darauf, wie du die einzelnen Kernthemen am besten deinem Publikum vorstellst.

2. Pausen einlegen

Wenn du beim Reden merkst, dass du ins Stocken gerätst und dir das «Ähm» schon auf der Zunge liegt ... dann lege einfach eine kurze Redepause ein. Komm kurz ins Stocken. Völlig egal! Atme ein Mal tief durch und mach dann weiter.

3. Höre dir selbst beim Reden zu

Ja, das hatten wir schon. Und ja, es ist super seltsam, seine eigene Stimme vom Band zu hören. Aber es hilft. Mach es dir zur Gewohnheit, jede deiner Präsentationen auf Video oder zumindest auf Audio aufzunehmen. Achte dann darauf, wie viele Verzögerungslaute du wann von dir gibst. Und mit diesem Wissen vor Augen versuche, diese bei deiner nächsten Präsentation zu vermeiden.

4. Kurze Sätze bei abgesenkter Stimme

Desto kürzer die Sätze – desto klarer die Aussage. Und desto leichter fällt es beim Reden, nicht mit Füllwörtern um sich zu schmeissen. Versuche so gut es geht, auf Nebensätze zu verzichten. Klar, denn ein endlos verschachtelter Satz verleitet förmlich dazu, den Faden zu verlieren. Bis der Faden wiedergefunden ist, hast du deine Zuhörerschaft wahrscheinlich mit dem einen oder anderen «Ähm» beglückt. Eine gute Übung hierzu ist es, ein Thema in drei Hauptsätzen zu beschreiben.

5. Auf den Punkt sprechen

Ein weiterer Trick, der dabei hilft, Füllwörter zu vermeiden, ist es, auf den Punkt zu sprechen. Das heisst, dass du Satzende hin deine Stimme absenkst. Tust du das nicht und bleibst mit der Stimmlage bis zum Satzende oben, signalisierst du, dass da noch was kommt. Der geschriebene Satz ist zu Ende – der gesprochene Satz noch lang nicht fertig. Wenn du dann aber nicht weisst, was du so spontan hinter der eigentlich vollendeten Aussage zum Besten geben könntest ... also dann ... ähm ...  du weisst schon.

 

Hast du vielleicht noch einen guten Trick parat, der bei der Vermeidung von Füllworten bei Vorträgen hilft? Findest du die hier gegebenen Ratschläge hilfreich? Oder findest du Verzögerungslaute bei Präsentationen gar nicht so schlimm? Ich freue mich schon sehr auf deinen Kommentar zu diesem Thema.

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