70 – 20 – 10: Richtwerte für deine Networking-Session nach der Präsentation - #79

Ellen Riesterer
22. November 2022

Mike Sansone ist Social Media Consultant und Urvater der 70-20-10 Formel.

Wie lässt sich erfolgreiches Networking aufschlüsseln? Kann man diese wichtige Komponente einer Präsentation in Zahlen ausdrücken, beziehungsweise strukturieren? Social-Media-Berater Mike Sansone hat sich mit diesen Fragen ausführlich beschäftigt. Seine Antwort lautet: Ja! Und zwar mit den Zahlen 70, 20 und 10. Was hinter dieser Networking-Formel steckt und was diese aussagt, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Gib dir 100 % fürs Networking nach der Präsentation

Jeder Redner, der sich nach einer Präsentation direkt auf den Nachhauseweg macht, ohne mindestens 15 Minuten für ein anschliessendes Networking zu investieren, lässt Stiche aus! Schliesslich birgt ein erfolgreiches Networking nach einem Vortrag viele Vorteile, die man langfristig für sich nutzen kann. Doch so paradox es klingen mag, sollte man das Vernetzen mit anderen Menschen nicht aus erster Sicht für sich selbst machen, sondern für andere. Von den 100 %, die man als Zeit in das Networking steckt, sollten laut Mike Sansone lediglich 10 % dem eigenen Nutzen dienen. Der Bärenanteil der investierten Zeit, nämlich 90 %, sollte den neuen sowie den bestehenden Netzwerk-Partnern gehören. Nur so zieht man laut dem Social-Media-Berater einen hundertprozentigen Nutzen aus seinem Network. Ich habe dieser These ein wenig auf den Zahn gefühlt und – man kann es nicht anders sagen – bin von der 70-20-10 Netzwerk-Formel echt überzeugt.

Die 70-20-10-Regel für Networking aufgeschlüsselt

Wer rechnen kann, hat wahrscheinlich schon festgestellt, dass die 100 % an Networking-Aufwand in drei Portionen unterteilt werden. Und zwar folgendermassen:

70 % deiner investierten Zeit fürs Networking gehört den anderen.

Oha! Das ist ein Haufen Aufwand für eine Tätigkeit, die einen ja grundsätzlich selbst weiterbringen soll. Näher betrachtet ergibt diese Herangehensweise aber Sinn. Denn der wichtigste Schritt beim Aufbau eines funktionierenden Netzwerks (oder jeder anderen Beziehung) ist Vertrauen. Vertrauen erlangt man aber nur, wenn man bereit ist, zu geben, zu helfen und zu unterstützen. Wenn du zum Beispiel Kontakte vermittelst, bei einer Problemlösung hilfst, gute Ratschläge erteilst, usw., dann verdienst du daran. Und zwar Vertrauen! Du wirst zu der Person im Netzwerk, auf die man zählen kann. Die vertrauenswürdig ist. Der man dankbar ist. Mit jeder Hilfestellung deinerseits wirst du für andere interessanter.

Nun ist es an der Zeit, die nächsten 20 % der 70-20-10 Networking-Formel in die Waagschale zu werfen.

20 % deiner Networking-Zeit gilt deiner Selbstdarstellung.

Das hört sich zunächst sehr egozentrisch an, doch in abgeschwächter Form beschreibt es genau das, was du tun sollst. Durch die 70 %, die du beim Networking nach einer Präsentation anderen widmest, erzeugst du Interesse für deine Person. Man möchte dich näher kennenlernen, mit dir in Kontakt treten und mehr über denjenigen in Erfahrung bringen, der schon so vielen anderen geholfen hat. Nutze diesen Effekt! Erzähle von dir, deinem Karriereweg, deinen Fehltritten und Erfolgen. Ändere die Wahrnehmung anderer: Werde von einem Profil zu einer Person. Vermeide es aber unbedingt, zu sehr auf die Selbstdarstellungs-Tube zu drücken! Angeber und Narzissten fallen nämlich ganz schnell durchs Netz.

10 % des Networking-Aufwands gehören dir.

Durch deinen Einsatz (70 %) und dadurch, dass du in deinem Netzwerk von einem Profil zu einer Person geworden bist (20 %), hast du handfeste Beziehungen aufgebaut. Du hast dich bewährt. Du bist zu einem hilfreichen, vertrauenswerten und persönlichen Kontakt geworden. Andererseits bist du es nun für andere Wert, dass man Zeit, Energie und sogar materielle Mittel in dich investiert. Nun kannst du selbst nach Rat fragen und um Hilfe und/oder Unterstützung bitten. Übertreibe es aber nicht! Nutze deine Network-Kontakte nur in Notfällen. Somit stellst du sicher, dass du auch tatsächlich von dem 10 % Networking-Aufwand ganze 100 % für dich nutzt.

Was hältst du von der 70-20-10 Networking-Formel? Findest du diese Strukturierung unverhältnismässig oder gar völlig daneben? Oder richtest du dich sogar selbst danach? Hast du vielleicht sogar eine eigene Herangehensweise an das Networking nach einer Präsentation, die du als Kommentar teilen möchtest? Ich bin schon sehr auf deinen Input gespannt und bedanke mich jetzt schon für den konstruktiven Austausch zum Thema.

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