Kurz und knackig: 22 + 1 Storytelling-Regeln von Pixar

Michael Bäuerle
30. September 2021

Kein langer Artikel. Nur 23 geniale Tipps von einer lebenden Storytelling-Legende.

Findet Nemo, Toy Story, WALL-E und Oben sind nur ein paar der animierten Blockbuster, die Pixar über die Jahre rausgebracht hat. Ob Clown-Fisch, Müllroboter, Plastik-Cowboy oder stoischer Rentner: Die Heldengeschichten der Zeichentrickfilme berühren Gross und Klein gleichermassen. Seit Jahren. Bis heute.

Pixar lässt in Sachen Animations-Filme seine Konkurrenz alt aussehen. Grund dafür ist nicht allein die Animationstechnik, mit der sich Pixar um Lichtjahre von seinen Marktbegleitern absetzt. Es sind vor allem die sagenhaften Story-Plots, die Jung und Alt fesseln. In den Geschichten stecken literweise Herzblut, liebevoll entwickelte Charaktere und ein ordentlicher Schuss Moral.

Hinter vielen dieser sagenhaften Storys steht Emma Coats. Sie hat in ihrer Rolle als Storyboard-Artist für Pixar die Kunst des Storytellings perfektioniert und ihre Herangehensweise in 23 kurzen Tipps auf Twitter geteilt. Wenn wir in den FolienWerken an einer Story für eine packende PowerPoint-Präsentation tüfteln, dann greifen wir immer wieder auf den einen oder anderen Tipp von Emma zurück.

Da ich dir dieses Tool natürlich nicht vorenthalten will, fasse ich die 23 Storytelling-Regeln von Pixar in diesem Blogbeitrag zusammen.

Was dich in diesem Blogbeitrag erwartet:

22 Tipps der Storytelling-Koryphäe Emma Coats

Grundgedanken, bevor es losgeht

Das Schreiben der Story

Die Geburt deiner Charaktere

Die Story selbst

Emmas Extra-Tipp zum Storytelling

Viel Spass beim Lesen!

Screenshot 2021-05-10 155649Bildquelle: Pixar.com

 

22 Tipps der Storytelling-Koryphäe Emma Coats

Um dir diesen doch recht beeindruckenden Schwung goldener Ratschläge und Herangehensweisen leichter verdaulich zu machen, habe ich die 22 Story-Tipps in verschiedene Parts der Story-Entwicklung aufgeteilt.

 

Grundgedanken, bevor es losgeht

  1. Du schreibst die Story für die Zuschauer! Konzentriere dich auf das, was deinem Publikum Freude bereitet. Was dir Spass macht, ist erstmal sekundär. Diese beiden Ansichten können sich nämlich sehr unterscheiden.
  2. Schreibe dir alle – und ich meine wirklich alle! – Ideen auf, die dir zu der Story durch den Kopf gehen. Erst auf Papier nehmen Ideen Gestalt an.
  3. Überrasche dich selbst! Die Ideen 1, 2, 3, 4 und 5 kannst du getrost in die Schublade legen. Sie verkörpern in der Regel das Naheliegende, und genau das gilt es in einer guten Story zu vermeiden.
  4. Identifiziere dich mit deinen Charakteren und den verschiedenen Situationen. Was muss passieren, damit du genauso wie deine Protagonisten handelst?
  5. Alles, was dir für die Story einfällt, ist wertvoll. Schmeiss auf keinen Fall etwas weg! Wenn es für die eine Story (oder den einen Abschnitt) nicht passt, dann passt es vielleicht für die nächste.
  6. Schau dir Storys an, die dir gefallen und analysiere besonders die Elemente, die dich am meisten ansprechen. Nutze diese Einsichten für deine Story.
  7. Geniale Storytelling-Übung: Zerlege eine Story, die dir nicht gefällt. Versuche nun, aus diesen Elementen eine Geschichte zu bauen, die dir gefällt.

 

Das Schreiben der Story

  1. Schreibe drauf los und probiere alles aus, was dir einfällt! Es ist oft so, dass du erst am Ende der Story erkennst, worum es tatsächlich geht. Wenn der erste Entwurf fertig ist, dann überarbeite ihn von Anfang an.
  2. Einfach ist gut! Vereinfache die Geschichte, verschmelze Charaktere und verzettle dich nicht mit Umwegen. Das fällt zwar nicht immer leicht, ist aber ein geniales Gefühl, wenn du das hinkriegst.
  3. Übe dich in Pragmatismus, denn keine Story ist perfekt. Schliesse die Story ab und mach den Sack zu. Fang dann mit deiner nächsten Story an und lerne aus den Fehlern der vorherigen.
  4. Blackout? Nix geht mehr? Du weisst nicht weiter? Dann schreib dir alle Dinge auf, die NICHT in deiner Story passieren sollen. So wird oft klar, wie es weitergeht.

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Bildquelle: Pixar.com

 

Die Geburt deiner Charaktere

  1. Deine Heldin muss für ihre Versuche, etwas zu erreichen, mehr Bewunderung bekommen als für das Ergebnis.
  2. Stress deinen Charakter! Konfrontiere ihn mit all jenem, was er nicht gut kann oder mit dem er sich nicht wohlfühlt. Überlege dir, wie er damit umgeht.
  3. Deine Protagonistinnen müssen kontrovers sein. Aalglatte, formbare Typen wirken eventuell netter, machen die Story aber gähnend langweilig.
  4. Setze dich in die Position des Helden und fühle offen und ehrlich mit ihm. Ehrlichkeit macht selbst Unglaubwürdiges glaubhaft!
  5. Dem Publikum muss es leichtfallen, sich auf den Protagonisten einzulassen. Wenn viel auf dem Spiel steht, das Scheitern fast unausweichlich erscheint, dann gelingt das in der Regel immer.

 

Zur Story selbst

  1. Kündige Zeitsprünge und Entscheidungen an! Nutze dazu beispielsweise: Aus diesem Grund ..., Es war einmal ..., Aber eines Tages ..., usw.
  2. Wenn du den Anfang der Story hast, bestimme das Ende, bevor du den Mittelteil abschliesst. Der Schluss ist nämlich der schwierigste Part beim Storytelling – also schaff ihn aus dem Weg.
  3. Erkenne den Kern, beziehungsweise die Motivation hinter deiner Story. Warum erzählst du das? Wenn du den Kern kennst, dann halte ihn dir immer vor Augen.
  4. Gute Storys entstehen durchs Testen, nicht durchs Verfeinern. Sei selbstkritisch beim Beurteilen deiner Arbeit und höre auf dein Bauchgefühl.
  5. Zufälle, die deine Heldin in Schwierigkeiten bringen, sind Gold wert! Zufälle, die sie aus Schwierigkeiten herausholen, sind dagegen lahm, langweilig und billig.
  6. Suche die Essenz deiner Geschichte, und überlege dir die einfachste Art, sie zu erzählen. Und genau da fängst du an!

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Bildquelle: RadioIntelligence.com

 

Emmas Extra-Tipp zum Storytelling

Der letzte Ratschlag von Emma Coats hat es komischerweise nie in die Liste der 22 Storytelling-Regeln von Pixar geschafft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass dieser Twitter-Feed unter den zig Artikeln, Listen, Ratschlägen usw. einfach verschüttet wurde.

  1. Sei dir der Konventionen und Annahmen bewusst, die mit deinem Genre Nimm sie zur Kenntnis, brich mit ihnen – aber ignoriere sie niemals!

Emma Coats ist ein echtes Storytelling-Genie. Wenn du dir zum Beispiel den Pixar-Film «Merida – Legende der Highlands» ansiehst, dann kannst du ihre Kunstfertigkeit direkt bewundern. Ich würde echt gerne mal einen Kaffee mit Emma trinken und ihr wahrscheinlich 1001 Fragen zum Thema stellen.

Ich habe mir auch direkt Emmas PowerPoint-Präsentation zur Charakterisierung des neuen Google-Sprachassistenten angesehen. Dabei ist mir klargeworden, dass sie in Sachen Bühnenpräsenz und Präsentationsgestaltung noch ein paar Tricks von unseren FolienWerke-Workshops lernen könnte. 😉 Eine echte Win-win-Situation also.

 

Was hältst du von den 22 Pixar Storytelling-Regeln? Hast du eventuell schon ein paar dieser Ansätze für deine Story angewandt? Ich freue mich schon auf deinen Kommentar zum Artikel.

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