Richte deinen Vortrags-Style auf das Publikum aus - #61

Ellen Riesterer
05. Mai 2022

Das wichtigste Schlüsselelement deiner Präsentation sind die Zuhörer!

So seltsam es auch erscheinen mag: Diesen Punkt kann man nicht oft genug highlighten. Denn leider wird man immer wieder Zeuge von Vorträgen, die einen so gar nicht ansprechen. Im wahrsten Sinne des Wortes! Obwohl das Thema hochinteressant ist und die Folienpräsentation Einblicke verspricht, die wirklich hilfreich sein können, macht sich während des Vortrags Enttäuschung breit. Und zwar, weil der Vortragende komplett am Publikum vorbeiredet. Die Vortragsweise ähnelt einem Monolog. Die Rhetorik erinnert eher an Fachchinesisch oder ist so „down to earth“, dass man sich – wenn nicht direkt beleidigt – mindestens ansatzweise veräppelt fühlt. Der Grund ist ein Kardinalsfehler, den Redner immer wieder begehen: Sie bereiten sich nicht auf ihr Publikum vor!

Wie kann man sich auf sein Publikum vorbereiten?

Das ist im Grunde recht simpel. In einem unserer Artikel zur Folien-Gestaltung («Das Publikum – Der Kern deiner Präsentationsvorbereitung») haben wir die drei W-Fragen vorgestellt, die bei diesem Prozess super hilfreich sind. Kurz zusammengefasst:

  1. Wer ist mein Publikum?

Sind es CEOs? Eine Hochschulklasse? Das Team eines wachsenden Start-Ups? Oder der örtliche Kegelverein? Wenn du weisst, wer vor dir sitzt, kannst du die Rhetorik, dein Erscheinungsbild, deinen Vortragsstil und den fachlichen Inhalt der Präsentation entsprechend anpassen.

  1. Was erwartet dein Publikum?

Beziehungsweise: Was soll der Vortrag bewirken? Möchte deine Zuhörerschaft neues Wissen zu einem bestimmten Fachbereich sammeln. Soll etwas verkauft werden? Dient der Vortrag hauptsächlich der Unterhaltung? Wenn du erahnst, was dein Publikum von dir erwartet, fällt es natürlich leichter, das Gewünschte zu liefern.

  1. Warum sind die denn alle hier?

Nein: das ist keine Scherzfrage! Du wurdest in deiner Berufslaufbahn doch bestimmt auch schon mal dazu verdonnert, einer Präsentation beizuwohnen. Und genau das hast du dann wahrscheinlich auch gemacht: beigewohnt. Du warst zwar körperlich anwesend, doch geistig bei der Sache eher weniger. Warum auch? Du musstest ja – und wolltest nicht.

Ganz anders ist das bei Präsentationen, die man freiwillig verfolgt und dafür nicht selten eine ganze Stange Geld hinblättert! Dass hier die Motivation, dem Redner aufmerksam zu folgen, entsprechend hoch ist, erklärt sich von selbst. Ist diese Frage geklärt, kannst du deinen Vortragsstil entsprechend anpassen.

Das Publikum ist der Grund deiner Präsentation!

Halte dir folgende Aussage bei der Vortragsvorbereitung immer vor Augen:

Du bist für Ihre Zuhörer da – nicht umgekehrt!

Es ist wichtig, dass du dich deiner Zuhörerschaft anpasst. Oft ist es nämlich auch so, dass selbst die penibelste Präsentations-Vorbereitung vor Ort ins Schwanken gerät. Der «Faktor Mensch» lässt sich leider nicht so gerne in feste Formen pressen. Vielleicht hatte die Belegschaft, vor der du redest, ohnehin schon einen echt schlechten Tag, der nun auch mit einer Präsentation «getoppt» wird. Da verliert selbst das coolste Thema an Reiz. Oder die Schulklasse, der du die Vorzüge einer technischen Weiterbildung anpreisen sollst, stellt sich als Ansammlung potenzieller Nobelpreisträger heraus.

Beobachte dein Publikum also aufmerksam und passe deinen Vortragsstil entsprechend an.

 

Wie bereitest du dich auf dein Publikum vor? Hast du bestimmte Methoden, um herauszufinden, mit wem du es genau zu tun hast? Oder hast du vielleicht eine nette Anekdote, in der du von deinen Zuhörern überrascht wurdest? Ich würde mich sehr über zahlreiche Kommentare zu diesem Artikel freuen!

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