Virtuelle Kommunikation Teil 4: Körpersprache in Miniaturform

Michael Bäuerle
02. April 2020

Auch ein kleines Video-Bildchen kann Bände sprechen!

Die Körpersprache ist bei PowerPoint-Präsentationen und Vorträgen eines deiner wichtigsten Werkzeuge. Mit Körper, Mimik und Gesten kannst du nicht nur in einer universell verständlichen Sprache deine Kernpunkte untermalen und Emotionen transportieren. Du kannst auch bei deinem Publikum erkennen, wie es derzeit drauf ist. Die Körpersprache im Rahmen der virtuellen Kommunikation zu nutzen, ist natürlich etwas kniffliger. Du bist schliesslich nicht persönlich anwesend und hast nur ein kleines Videofenster zur Verfügung. Es wäre allerdings Nonsens, die Körpersprache bei Video-Konferenzen, Webinars, etc. deshalb aber ausser Acht zu lassen. Hier ein paar Tricks und Tipps zum Thema.

1. Achte auf deine Körperbewegung

Das gilt vor allem bei der virtuellen Kommunikation. Warum, wenn beim virtuellen Austausch schliesslich die Stimme das Mass aller Dinge ist und man dich doch eh nur in einem kleinen Fenster sieht? Und auch wenn die Frage berechtigt erscheint, liegt in dieser Ansicht eine echte Stolperfalle begraben. Sobald du nämlich gesehen wirst – und sei dies auch nur in einem kleine Video-Screen am Bildschirmrand – wirst du auch betrachtet. Deine Körpersprache wird wahrgenommen und ganz automatisch gelesen.

Ergo ist die Stimme ist nicht das einzige Instrument, mit dem du für Empathie sorgst. Deine Körpersprache tut dies auch.

2. Deine Körpersprache beeinflusst dein Auftreten

Das gilt nicht nur beim visuellen Austausch, sondern auch dann, wenn du ohne Video-Übertragung kommunizierst. Der Beweis? Schau dir mal beim Telefonieren zu. Wenn du einen Standpunkt überzeugt vertritts, befindest du dich wahrscheinlich nicht in der Embryohaltung auf dem Boden liegend. Du stehst da, machst dich gross und untermalst das Gesagte durch Gesten und Mimik. Und das, obwohl dir keiner zusieht.

Du solltest allerdings darauf achten, deinen Bewegungsdrang beim Telefonieren im Zaum zu halten. Von Punkt A nach Punkt B zu laufen, mag zwar entspannend wirken, doch damit veränderst du fortlaufend die Entfernung zum Mikrofon. So können Störgeräusche entstehen und deine Stimme wird schlechter transportiert. Obendrein wird deine Atmung beeinflusst und wirkt sich negativ auf deine Artikulation aus.

Nutze diese Erkenntnis jedes Mal, wenn du virtuell kommunizierst. Achte auf deine Körperhaltung. Verstärke mit ihr die Botschaft, die du vermitteln willst.

3. Der optische Effekt einer Video-Kamera

Wenn wir normal mit jemanden reden, halten beide Parteien von Natur aus einen gewissen «Sicherheitsabstand». Wir alle haben nämlich eine Zone, die unsere Privatsphäre sicherstellt. Schreitet einer der Gesprächspartner uneingeladen in diesen Bereich, wirkt das störend und aggressiv. Wenn du aber vor der Kamera deines Laptops, Smartphones, usw. sitzt, wirkst du automatisch «viel näher dran». Und das kann für viele Menschen befremdlich wirken, die sich derzeit vielleicht sogar zum ersten Mal auf virtueller Ebene austauschen. Eine offene, zugängliche Körpersprache und Mimik können hier helfen, dieses Gefühl abzuschwächen.

Ein weiterer Punkt ist die Nähe zu deinem virtuellen Publikum. Bei einer normalen Präsentation, Konferenz oder einem Meeting hast du normalerweise einen grösseren Abstand zu deinen Zuhörern. Bei einer Video-Konferenz oder einem Webinar sitzt du ihnen bildlich gesprochen fast auf der Nase. Du und deine Bewegungen stehen somit unweigerlich und detailgenau im Rampenlicht.

4. Gesten: Das visuelle Salz in der virtuellen Kommunikations-Suppe

Bei einer Video-Konferenz sitzt man in der Regel vor dem Rechner. Die Dynamik ist dementsprechend statisch. Fast. Denn mit deinen Händen kannst du viel aussagen und Schwung in die Videoübertragung bringen. Anstatt also buchstäblich auf den Händen zu sitzen, nutze sie!

Halte deine Hände etwas höher als gewohnt, damit sie vom Publikum gesehen werden. Halte dir auch bewusst den Rahmen deiner «Video-Box» vor Augen, denn in diesem Radius kannst du mit deinen Händen deine Aussagen untermalen. Das heisst nicht, dass du wie ein Theaterschauspieler jedes Wort auf dramatischste Weise verbildlichen musst. Gehe bewusst mit diesem visuellen Hilfsmittel um. Verbildliche zum Beispiel einen Berg, wenn du das zu lösende Problem beschreibst.

Zudem helfen Gesten dir selbst dabei, deine Artikulation zu verbessern. Warum das so ist, kannst du in unserem letzten Blogbeitrag zum Thema virtuelle Kommunikation erfahren.

5. Unter dem Bildrand geht’s weiter: die Körperhaltung

Klar. Ob du in Unterhosen vor dem Bildschirm sitzt, sieht im besten Fall keiner. Kann man also machen. Muss man aber nicht. Worauf du allerdings achten solltest, ist deine generelle Körperhaltung. Und die fängt nun mal bei den Füssen, den Beinen und der Hüftpartie an.

Deine Körperhaltung beeinflusst direkt, wie du deine Botschaft transportierst. Gerade wenn wir im Sitzen kommunizieren, tendieren wir dazu, uns einsacken zu lassen. Das ist schliesslich bequemer, als stocksteif dazusitzen. Allerdings hat die gebeugte Sitzhaltung Einfluss auf unsere Atmung und somit auf unseren Redefluss. Am besten ist es natürlich, wenn du dir dein Home-Office so einrichtest, dass du im Stehen kommunizieren kannst. Wenn nicht, achte darauf, möglichst aufrecht zu sitzen. Deine Füsse sollten fest auf dem Boden stehen, und verlagere deine Sitzposition auf den vorderen Teil des Stuhls. Sich anzulehnen ist sicherlich bequemer, doch dadurch wirkst du auch weniger engagiert und deine Atmung ist beeinträchtigt.

 

Ich hoffe, dass ich dir bezüglich der Körpersprache und -haltung bei der virtuellen Kommunikation ein paar gute Tipps mit auf den Weg geben konnte. Wenn du Fragen oder weitere Kommunikation-Tricks auf Lager hast, dann nutze einfach die Kommentarfunktion.

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