Wie können systemische Fragen eine Präsentation aufpeppen? - #19

Michael Bäuerle
08. Oktober 2019

Fragen sind ein geniales Stilmittel für Ihre Präsentation. Eine gut platzierte Frage regt zum Nachdenken an. Sie bezieht das Publikum mit in den Vortrag ein und hält somit die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörerschaft am Leben. Doch welche Frageformen gibt es? Was erreicht der Vortragende mit geschickt gestellten Fragen in der Präsentation? Sie sind doch sicherlich neugierig geworden, oder? Dann lesen Sie einfach weiter

Sechs Fragetypen, die Sie in Ihrer Präsentation nutzen können

Fragen in einer Präsentation haben diverse Vorteile. Sie regen die Fantasie an, involvieren den Zuhörer in den Kontext des Vortrags, leiten das Publikum zu der von Ihnen gewünschten Schlussfolgerung, zwingen den Zuhörer zur Reflexion. Kurz: Derjenige, der es versteht, geschickt zu fragen, hat ein unglaublich starkes Stilmittel in seinem Vortrags-Repertoire. Mit diesen sechs Fragetypen können Sie in Ihrer Präsentation viel erreichen:

1.    Die rhetorische Frage

«Wollen Sie Ihr Publikum von der Kernaussage Ihrer Präsentation überzeugen?»

Mit einer rhetorischen Frage steuern Sie Ihre Zuhörer in eine gewünschte Richtung. Denn in der Regel ist die gewünschte (und im Grunde einzig logische) Antwort auf die Frage von vorne hinein klar. Sie können demnach eine rhetorische Frage dazu nutzen, Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen mit Ihrem Publikum zu verdeutlichen.

2.    Die zirkuläre Frage

«Wie würden Ihre Kunden reagieren, wenn Sie ihnen diese Innovation vorenthalten?»

Mit einer zirkulären Frage regen Sie Ihre Zuhörer dazu an, die Perspektive zu wechseln. Um die Frage zu beantworten, muss man sich in die Sichtweise der «anderen Partei» versetzen. Der Befragte stellt quasi das eigene Handeln in Frage und erlangt somit neue, wichtige Einsichten. Alte, verkrustete Denkweisen werden aufgebrochen und der geistige Horizont erweitert. Geschickt eingesetzt, können Sie mit einer zirkulären Frage die Kernaussage oder das Ziel Ihrer Präsentation als einzig logische Lösung darstellen.

3.    Die hypothetische Frage

«Wie würde die Zukunft aussehen, wenn wir alles beim Alten belassen würden?»

Eine hypothetische Frage richtet sich so gut wie immer auf die Zukunft: «Was wäre, wenn …?» Somit lassen Sie Ihren Zuhörern ganz viel geistigen Spielraum, was wiederum zu sehr kreativen Lösungswegen führen kann. Sie fordern Initiative von Ihrer Zuhörerschaft und stellen mit dem nächsten Abschnitt Ihrer Präsentation Ihren (perfekten!) Lösungsweg vor.

FolienWerke-Tipp: Wenn Sie Ihr Publikum wachrütteln möchten, können Sie sich einer Unterkategorie der hypothetischen Frage bedienen: Die Verschlimmerungs-Frage!

«Welche Prozesse müssten Sie beibehalten, um Ihre Firma in den nächsten sechs Monaten komplett an die Wand zu fahren?»

4.    Die «Wunder-Frage»

«Was würden Sie alles verändern, wenn Sie einen Zauberstab in der Hand hätten?»

Obwohl die «Wunder-Frage» ebenfalls eine Unterkategorie der hypothetischen Fragen darstellt, verdient sie einen eigenen Absatz. Die Wunder-Frage zählt nämlich zu den interessantesten Werkzeugen in Ihrer Präsentations-Frage-Kiste. Anstatt Ihre Zuhörer auf Probleme hinzuweisen, stellen Sie mit einer Wunderfrage kreative Lösungswege in den Fokus. Wunder-Fragen machen Spass und können leicht aus dem Ruder laufen – daher sollten Sie dieses Stilmittel eher am Ende Ihrer Präsentation einsetzen.  

5.    Lösungs- und Ressourcenorientiere Fragen

«Welche Schritte sind notwendig, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren?»

Hier zielen Sie ganz deutlich auf die vorhandenen Möglichkeiten, Ressourcen und Mittel ab, die aktuell zur Verfügung stehen. Sie regen Ihr Publikum dazu an, bereits versuchte Lösungswege neu zu durchleuchten und eventuell verborgene Möglichkeiten (die Kernbotschaft Ihrer Präsentation!) zu erkennen.

6.    Die paradoxe Frage

«Was muss noch alles passieren, damit Sie weitere Kunden verlieren?»

Mit einer paradoxen Frage rütteln Sie ordentlich auf! Sie halten Ihren Zuhörern das Problem vor die Nase, verstärken es und regen die Zuhörer somit an, Lösungswege zu suchen. Dass Sie natürlich mit dem Kernpunkt Ihres Vortrags dieses Problem aus der Welt schaffen können, ist klar.    

Zum Abschluss stellen sich auch mir einige Fragen

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Haben Sie sich dieses Stilmittels bei einer Ihrer Folienpräsentation bereits bedient? Welche Erfahrungen haben Sie mit Fragen in Ihren Vorträgen gemacht? Wie hat Ihr Publikum darauf reagiert? Und haben Sie noch Fragen zum Thema «Fragen innerhalb einer Präsentation»? Ich freue mich schon auf Ihre Kommentare!

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