Deine souveräne Bühnenpräsenz

Michael Bäuerle
24. Juni 2020

«Tritt fest auf, mach’s Maul auf und hör bald auf!»

Mit diesem Zitat von Martin Luther lässt sich die Kunst des guten Präsentierens treffend zusammenfassen. Doch so einfach ist es leider für viele Menschen nicht. Vor Gruppen souverän zu reden, kann mitunter echt nervenaufreibend sein. Da spielt es keine Rolle, ob man vor einer Schulklasse referiert oder einer Gruppe Investoren ein neues Projekt pitcht. Dem Lampenfieber ist es auch egal, ob man persönlich vorredet oder virtuell präsentiert. Die gute Nachricht ist aber, dass du das souveräne Reden vor Gruppen lernen kannst. In diesem Artikel möchte ich dir ein paar Tipps und Ansätze geben, mit denen du bei deiner nächsten Präsentation die Bühne rockst.

Ablesen macht nervös

Dass es echt kontraproduktiv ist, direkt von deinen PowerPoint-Slides abzulesen, habe ich in früheren Blogbeiträgen schon des Öfteren erwähnt. Dieser Tipp ist also ein Oldie, aber ein echter Goldie! Wenn du deine Slides als «Teleprompter» missbrauchst, schreist du für dein Publikum geradezu vor Unsicherheit. Es erscheint – vielleicht auch zu Recht – dass du nicht mit dem Thema vertraut bist. Und das tut deiner Rolle als Experte alles andere als gut. Deine Zuhörer verlieren mit jeder abgelesenen Slide Vertrauen in dich und in das, was du in diesem Moment verkaufen möchtest. Sei dies ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Idee.

All das schlägt begreiflicherweise auch auf dich zurück. Du verlierst die Aufmerksamkeit des Publikums, was Gift für dein Selbstbewusstsein ist. In Konsequenz wird dein Vortragsstil auch nicht zwingend besser. Es sei denn: Du lässt das Ablesen und redest frei raus!

Die Folien sind ein optisches Hilfsmittel für dein Publikum. Mehr nicht. Du bist der Star. Du hast die Kontrolle. Wenn du dein Thema frei präsentierst, gewinnst du automatisch an Selbstbewusstsein. Deine Rede bekommt mehr Kraft, das ganze Happening wird energiegeladen, und die Aufmerksamkeit des Publikums ist dir sicher. Halte dir immer vor Augen, dass du der Experte im Raum bist, der sein Fachwissen teilt.

Vorbereitung macht (rede-)sicher

Auch wenn es logisch erscheint, so ist eine mangelnde Vorbereitung zum Thema allzu oft die Wurzel schlechter Präsentationen. Wenn du thematisch nicht völlig trittsicher bis, dann helfen selbst die besten PowerPoint-Folien und lupenreine Rhetorik-Skills nichts. Ergo: Bereite dich inhaltlich auf deine Präsentation vor. Mach dir im Vorfeld auch ein Bild davon, wer im Publikum sitzt. Desto höher der spezifische Wissensschatz der Anwesenden ist, desto mehr Zeit solltest du in die Recherche-Arbeit legen. Aber aufgepasst: Unterschätze nie dein Publikum. Selbst eine Schulklasse Jugendlicher kann dir thematisch die Hölle heiss machen. Es braucht nur einen Einstein Jr., der dich mit einer fiesen Zwischenfrage auf unvorbereitetes Terrain schubbst, um dich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Apropos Publikum

Du bist für das Publikum da. Nicht umgekehrt. Wenn du dich nicht auf dein Publikum einstellst, dann verlierst du es. Trage das Thema publikumsgerecht vor. Es ist beispielsweise sinnlos, die oben erwähnte Schulklasse mit ellenlangen Fachausdrücken, komplexen mathematischen Gleichungen und detaillierten Wirtschaftsprognosen zu bombardieren. Bis auf Einstein Jr. (und eventuell die Lehrkraft) folgt dir in dieser Gruppe schon nach drei Minuten keiner mehr. Begegne deinen Zuhörern auf einem Level. Rede nicht vor, sondern für dein Publikum. Das bedeutet nicht, dass du dir den aktuellen Teeny-Slang aneignen musst, sondern dass du dich locker und verständlich ausdrückst.

POWER!

Bevor du die Bühne betrittst, sammle deine Kräfte und lass sie raus. Dein Publikum merkt nämlich schon auf den ersten Blick, wie der Redner drauf ist. Wenn du mit hängenden Schultern, überkreuzten Armen und scheuem Blick die Bühne betrittst, dann stehst du – und dein Vortrag – beim Hauptteil des Publikums auf verlorenem Boden. Deine Körpersprache drückt automatisch aus, wie du dich fühlst. Und die Körpersprache ist international verständlich.

Visualisiere also schon im Voraus, wie du die Bühne rockst. Freu dich drauf, dein Wissen zu teilen. Sei von deinem Thema begeistert. Und genau mit diesem Gefühl fängst du deine Präsentation an. Dein Publikum wird automatisch von deiner Energie angesteckt und dankt dir diese Power mit jeder Menge Aufmerksamkeit.

Übung macht den Meister

Desto öfter du vor Gruppen redest, desto besser wirst du. Gerade zu Beginn deiner Karriere als Rede-Profi kann es sehr gut sein, dass du die eine oder andere Präsentation in den Sand setzt. Das ist völlig normal. Hauptsache du lässt dich nicht entmutigen. Lerne aus den Fehlern und versuche, diese bei deiner nächsten Präsentation zu vermeiden. Der beste Weg, um dich diesbezüglich noch fitter zu machen, ist unser Workshop «Bühnensicher präsentieren», den wir in naher Zukunft anbieten.

Wie bereitest du dich auf deine Präsentationen vor? Hast du eventuell noch weitere Tipps parat, wie man an seinem souveränen Auftritt feilen kann? Ich freue mich schon auf dein Feedback zum Artikel.

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