Der emotionale Präsentations-Stil - #17

Michael Bäuerle
24. September 2019

«Emotionen führen zum Handeln – der Verstand zu Beurteilungen!»

Die Erkenntnis des Neurologen David Caine aus dem Jahre 2003 ist eine gute Vorlage, nach der Sie Ihren Präsentations-Stil ausrichten sollten. Das gilt nicht nur für die Gestaltung der Präsentations-Slides, sondern vor allem auch für den Vortrag selbst. Hier finden Sie ein paar Tipps und Anregungen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Präsentation überzeugend, spannend und interessant darzubieten.

Sind Sie vom Inhalt Ihrer Präsentation überzeugt?

Diese Frage müssen Sie sich stellen. Und zwar vom ersten Augenblick Ihrer Präsentations-Gestaltung an. Denn nur wenn Sie von dem Produkt, der Dienstleistung oder dem Projekt, das Sie vorstellen, überzeugt sind, können Sie dies dem Publikum auch vermitteln. Logisch, denn Sie tragen schon in Ihrer Körpersprache – bewusst oder unbewusst – diese Überzeugung nach aussen hin. Und zwar bereits bevor das erste Wort gefallen und die erste Folie erschienen ist. Nun gilt es, Ihrer Überzeugung eine Stimme zu verleihen. Und zwar Ihre!

Beim Vortrag den richtigen Ton treffen

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Die Sprache und Ihre Stimme sind die wichtigsten Werkzeuge, die Ihnen bei einer Präsentation zur Verfügung stehen. Anstatt Ihre Zuhörerschaft mit leisem, monotonem Paragrafendeutsch in den Schlaf zu nuscheln, es mit ellenlangen Zahlenbeispielen zu malträtieren, die Sie direkt von einer textreichen Folie herunterpredigen, gilt es, Ihr Publikum auf einem persönlichen Level anzusprechen. Verwenden Sie ein Vokabular, das verständlich ist und Ihre Überzeugung transportiert. Sprechen Sie mit Ihren Zuhörern auf Augenhöhe! Ihre klare, überzeugende Stimme und Ihre Körpersprache vermitteln Ihre Begeisterung, halten die Aufmerksamkeit Ihres Publikums am Leben und ziehen es in Ihren Bann.

Achten Sie auch darauf, dass Sie eine lebendige Sprache benutzen. Stellen Sie sich vor, das Projekt Ihren Nachbarn bei einem gemütlichen Grillabend vorzustellen. Locker, cool & leicht nachvollziehbar mit vielen Adjektiven und einprägsamen Verben.  

Die Folien helfen Ihnen dabei, indem sie packende Bilder, Animationen und kurze, prägnante Textaussagen zeigen und Ihre Aussagen emotional unterstützen. 

Sprechen Sie nicht vor – Sprechen Sie an!

Sehen Sie Ihre Präsentation nicht als ein Soloprojekt an, bei dem Sie die einzige Rolle spielen. Das Gegenteil ist nämlich der Fall! Das Ziel Ihrer Präsentation ist es, Ihr Publikum zu erreichen. Man könnte sogar fast sagen, es zu unterhalten. Daher ergibt es Sinn, Ihr Publikum mit in die Präsentation einzubeziehen. Sprechen Sie die Teilnehmer direkt und am besten mit Namen an. Zum Beispiel: «Herr Müller! In zwei Sätzen: Wie würden Sie das Problem lösen?» oder «Sie verdrehen die Augen, Frau Hagen! Was stört Sie an dieser Aussage?» oder «Tina, Du hast mich vor der Präsentation gefragt, warum mir das Projekt so am Herzen liegt.»

Doch achten Sie darauf, dass Sie das Ruder nicht aus der Hand geben. Sollten Sie merken, dass aus einer kurzen Frage eine Debatte zu entstehen droht, verschieben Sie diese auf die Diskussionsrunde nach Ihrer Präsentation.

Schau mir in die Augen, Baby …

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Der direkte Augenkontakt mit Ihren Zuhörern ist ein weiteres und sehr effektvolles Tool, das Ihnen zur Verfügung steht. Reden Sie nicht über Ihr Publikum hinweg, sondern vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie mit jedem Anwesenden ganz persönlich kommunizieren. Das geschieht, indem Sie mit jedem Ihrer Zuhörer hin und wieder Augenkontakt aufnehmen. Wer beim Reden direkt angesehen wird, fühlt sich automatisch dazu veranlasst zuzuhören. Zudem vermitteln Sie das Gefühl, dass das Thema Ihrer Präsentation für den Zuhörer ganz persönlich wichtig ist – man wird ja schliesslich direkt angesprochen und ist nicht nur Teil einer schläfrigen Masse.

Denken Sie ans Storytelling

Halten Sie sich das Hauptziel einer Präsentation vor Augen: Es gilt nicht, möglichst viele Informationen zu liefern, sondern Ihr Publikum vom Kernpunkt des Vortrags zu überzeugen. Das gelingt nur, wenn Sie Ihre Zuhörer auf einer emotionalen Ebene erreichen.

Also: Erzählen Sie eine Geschichte, die um die Kernaussage Ihrer Präsentation gewoben wird. Wecken Sie Gefühle und Emotionen.

Aber: Seien Sie ehrlich emotional – bleiben Sie sich treu und auf dem Boden! Schauspielerische Glanzleistungen bekommen Ihre Zuhörer im TV oder im Theater schliesslich schon zu Genüge geboten.

 

Ich hoffe, dass Ihnen mein kurzer Artikel zum Thema gefallen und sogar geholfen hat. Falls Sie eine andere Ansicht zum Thema «Emotional präsentieren» haben, oder noch weitere Tipps beisteuern möchten, freue ich mich schon auf Ihr Input als Kommentar auf diesen Beitrag!

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