Weg vom PowerPoint-Einheitsbrei! 3 Präsentations-Tipps für 2020

Michael Bäuerle
09. Januar 2020

Überschrift, Bild auf der Seite und gegenüber drei bis fünf Bullet Points mit kurzen Texten.

So, oder so ähnlich, sehen die 0-8-15 Standard-Slides aus, die jeden Tag millionenfach vorgeführt werden. Der Vorteil von dieser Art des Slide-Designs: Man hat in Null-Komma-Nix eine PowerPoint-Präsentation zusammengestellt, ohne über den Prozess lange nachdenken zu müssen. Der Nachteil dieser Foliengestaltung: Dein Publikum denkt über den präsentieren Inhalt auch nicht lange nach und schaltet spätestens nach der zweiten Folie auf Durchzug. Damit ist jetzt Schluss!

Hier lege ich dir drei praktische und einfache PowerPoint-Tipps in die Hand, mit denen deine kommende Präsentation am Puls der Zeit liegt.

1. Slide-Design von Heute: Klare Text-Aussagen!

Wir schreiben schon bald das Jahr 2020. Und dennoch wohnt man leider immer noch viel zu oft Präsentationen bei, deren Slides von der Gestaltung eher auf einen Overhead Projektor gehören, als auf eine Festplatte. Gähnend langweilig! Dabei gibt es ganz einfache und sehr effektvolle Methoden, mit denen sich Folien spannend gestalten lassen. Der neuste Trend im derzeitigen Foliendesign ist im Grunde eine wirklich grossartige, wiederentdeckte Gestaltungsmethode:

Folien-Purismus in Textform.

Vielleicht hast du ja schon einmal etwas on der «Takahashi Methode» gehört. Dieses Gestaltungsprinzip für PPT-Slides ist ebenso einfach, wie genial. Auf jeder weissen Folie sind quasi nur Überschriften zu sehen. Und zwar in

dicken, grossen, schwarzen Buchstaben.

Der Effekt, den diese Schreibweise hat, ist, dass das Gehirn des Betrachters die Schrift nicht als Buchstaben wahrnimmt, sondern als Bild. Unserer Denkkiste fällt es viel leichter, Bilder zu verarbeiten, als Texte. Die Botschaft bleibt also direkt in den Köpfen der Zuschauer hängen!

In der heutigen Zeit liegt dieser Art des Foliendesigns wieder voll im Trend. Und du darfst auch ruhig etwas verspielter an die Gestaltung herangehen. Mit Fonts abseits von Arial und New Times Roman, mit farblichen Akzenten auf die Schlüsselwörter der Folie oder mit Hervorhebungen. Aber lass dich diesbezüglich nicht zu sehr gehen! Weniger ist – und bleibt – mehr.

2. Stockfotos, die zum Abwinken motivieren

Wenn es um Foliendesign geht, sind Stockfotos ein echtes Evergreen unter den Diskussionsthemen. Soll man sie für professionelle PowerPoint-Präsentationen nutzen? Wenn ja, welche? Wo finden sich die besten? Wie sieht es mit den Rechten aus? Und so weiter und so fort.

Einig sind sich aber alle: Klassische Stockfotos wie der «Manager» im grauen Anzug der – mal händeschüttelnd, mal am Telefon sitzend oder (man bemerke die Ironie!) im Teammeeting eine Präsentation gebend – statisch lächelnd in die Kamera blickt. Allein die Vorstellung daran löst Gähn-Reflexe aus.

Die Lösung: Echte Fotos von echten Mitarbeitern, die in der Firma tätig sind, in der du deine Präsentation zum Besten gibst. Klar. Das bedarf mitunter etwas Mehraufwand, wenn du selbst nicht in der Firma tätig bist. Schliesslich musst du jemanden in dem Unternehmen finden, der dir ein paar Bilder zukommen lässt. Oder du musst selbst zum Fotografen werden. Lohnen tut sich dies aber allemal! Denn in dem Moment, wo authentische Bilder auf deinen Slides erscheinen, wird die Präsentation echt, greifbar und vor allem persönlich. Achtung: Vergiss bitte nicht, jedes einzelne «Fotomodell» um seine oder ihre ausdrückliche Erlaubnis zu fragen, das Bild zu benutzen.

3. Flip-Chart trifft PowerPoint!

Der gute alte Flip-Chart macht allen Präsentationsprogrammen immer mehr Konkurrenz. Was durchaus verständlich ist. Zum einen wurden wir über die Jahre mit so vielen schlechten PowerPoint-Präsentationen konfrontiert, dass sich jede Abweichung davon wie ein frisch-fröhlicher Frühlingswind anfühlt, der durch den Meetingraum weht. Doch der Flip-Chart punktet nicht nur aus diesem Grund.

Für uns Menschen ist das Verstehen eines Themas deutlich einfacher, wenn wir Schritt für Schritt dorthin geführt werden. Mit einem Flip-Chart ist das möglich. Man fängt mit einem weissen Blatt Papier an und zeichnet dann simultan zur Erklärung beispielsweise ein Diagramm auf. Man gestaltet also etwas gemeinsam mit dem Publikum. Man bezieht es mit ein. Besser lässt sich die Aufmerksamkeit kaum aufrechterhalten.

Mit PowerPoint geht das auch! Anstatt den Zuschauern mit einem Klick eine komplexe Tabelle vor die Nase zu knallen, lassen sich diese in der Präsentation Schritt für Schritt aufbauen. Das Zauberwort lautet: «Cinemagraphs». Hierbei handelt es sich um bewegte Bilder und Animationen, mit denen sich der Aufbau der Tabelle dynamisch vorführen lässt. Quasi ein digitaler Flip-Chart.

Neue Stile – alte Grundregeln beim Foliendesign

Contenance! Auch wenn es natürlich Spass macht, minimalistische Textfolien mit Farben, Fonts und so weiter aufzupeppen, übe dich in Zurückhaltung. Das gilt auch für die vielen, grossartigen Fotos der 1.500 Mitarbeiter der Firma, die du am liebsten alle auf deine PPT-Slide vorführen würdest. Und das bezieht sich auch auf Diagramme, die du zwar gemeinsam mit dem Publikum Schritt für Schritt auf deiner Slide erstellt hast, doch letztendlich so komplex sind, dass sie keiner versteht. Halte dich zurück. Denke daran, dass du das Herzstück der Präsentation bist– nicht die Folien. Diese sollen deinen Vortrag nur visuell unterstützen. Mehr nicht.

Kanntest du die neusten Trends im Foliendesign bereits? Hast du dir diese sogar schon zunutze gemacht? Lass es mich wissen! In der Kommentarbox ist dazu reichlich Platz.

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