Wenn Worte nur einen kleinen Teil unserer Kommunikation ausmachen, warum konzentrieren wir uns beim Storytelling so oft ausschliesslich auf den Text? Tatsächlich entsteht Überzeugungskraft vor allem durch das, was wir zeigen: Mit unserer Stimme, unserer Körpersprache und unseren Taten. In diesem Beitrag erfährst du, wie nonverbale Kommunikation deine Geschichten verstärkt und warum Storytelling ohne Storyshowing nur halb so wirkungsvoll ist.
Ein Auszug aus dem Buch „Erzähl’s doch der Parkuhr“
Nein. Manchmal spricht das, was wir tun, für sich. Genau darum geht es in diesem Blogpost: Wie nonverbale Kommunikation dein Storytelling auf ein neues Level hebt. Jetzt erfährst du, warum eine packende Geste, ein überraschendes Geschenk oder ein schlau inszenierter Moment oft wirkungsvoller sind als ein ellenlanger Vortrag. Setze Körpersprache, Bilder, Überraschungseffekte und emotionale Momente gezielt ein. In den Folienwerke - Workshops helfen wir dir, deine Story nicht nur zu formulieren, sondern auch mit Körpersprache, Inszenierung und überraschenden Elementen lebendig zu gestalten. Business-Storys werden zu fesselnden Erlebnissen, die gehört, gespürt und erinnert werden.

7-38-55
Mit diesen drei Zahlen umreisst der US-amerikanische Psychologe Albert Mehrabian die von ihm entwickelte Regel der menschlichen Kommunikation. In seinem Buch «Silent Messages» beschreibt er im Detail, wie wir Kommunikation wahrnehmen und was uns als Zuhörende oder Zusehende anspricht oder abstösst. Mehrabian hat herausgefunden, dass für uns nur 7 Prozent des sprachlichen Inhalts eine Rolle spielen. Die Klangfarbe – also wie wir sprechen – macht schon 38 Prozent der Übermittlungskraft aus. Die grösste Rolle in der menschlichen Verständigung spielt aber das Visuelle: Mimik, Gestik und Körpersprache

Lass dir das mal kurz auf der Zunge zergehen. Und jetzt wende diese Erkenntnis auf die Kunst des Storytelling an. Wenn du etwas kommunizierst – sei das ein Produkt im Rahmen einer PowerPoint-Präsentation, deine Marke im Bereich der Corporate- oder Brand-Communication oder einfach nur ein Schwank aus deiner Jugend am Stammtisch – dann macht die nonverbale Kommunikation 93 Prozent deiner Überzeugungskraft aus. Und grob überschlagen, haben rund 93 Prozent aller Storyteller und Geschichtenerzähler:innen den Impakt ihrer nonverbalen Kommunikation nicht auf dem Schirm. Tu dir also selbst einen Gefallen und befasse dich mit diesem Thema. Es gibt supergute Literatur über die Körpersprache. Wenn du kein Bücherwurm bist, dann belege einen Rhetorikkurs und lerne direkt von Menschen, die in Sachen Redekunst echt etwas auf dem Kasten haben.
Nonverbale Kommunikation auf Twitter?!
Schon klar. In Zeiten der digitalen Revolution wird vornehmlich digital kommuniziert. Und dazu bedienen wir uns der guten alten Wörter: mal gesprochen, mal geschrieben, aber immer schön oldschool. Und auch wenn sich unsere Sprache kontinuierlich weiterentwickelt, bilden immer noch Buchstaben und Wörter das Fundament der Verständigung. Wenn du deine Marke in die Welt hinausträgst, wirst du das auch weiterhin mit Worten tun: als Blogpost, Tweet oder als Snack-Content auf Facebook & Co. Was du aber in Anbetracht der 7-38-55-Regel nicht tun solltest, ist, es dabei zu belassen. Fakt ist, dass du deine Zielgruppe begeistern musst, um deine Kernbotschaft nachhaltig in deren Köpfen zu verankern. Diesen Begeisterungsauslöser nennen Storyteller:innen «die magische Gabe». Wir können aber auch einfach «die Gabe zu überraschen» dazu sagen. Wenn es dir gelingt, diese Überraschung greifbar zu machen, dann hast du zu 99 Prozent gewonnen. Es gilt also, eine gesunde Balance zwischen «Sagen» und «Zeigen» herzustellen. Hier zwei geniale Anregungen, wie sich Brands nonverbal kommunizieren lassen:
1. Die Bank, der Hund und die Kreditkarte
Im Netz sind wir über ein wunderbares Beispiel gestolpert, das die Power der magischen Gabe im Zusammenhang mit Brand-Awareness beschreibt. Wenn du nicht zu den Grossanlegern, Multimillionären und CEOs unserer Erde zählst, dann hat dich deine Bank wahrscheinlich noch nie wirklich begeistert, geschweige denn positiv überrascht. Für den Grossteil ihrer Kunden sind Banken ein notwendiges Übel, wenn man sein Vermögen nicht unter der Matratze anlegen möchte. Im Falle der holländischen Knab Bank sieht das etwas anders aus. So erreichte der Antrag für eine neue Kreditkarte die Hauptfiliale. Der Grund für die Misere des abhandengekommenen Plastikgelds war der Hund des Kartenbesitzers. Der Vierbeiner hatte sich das Portemonnaie seines Herrchens geschnappt und zum grossen Teil als Nachmittagssnack einverleibt. Die Bank reagierte prompt. Schon wenige Tage später erhielt der Kunde einen Brief mit der neuen Karte und eine kleine Schachtel. Darin befand sich ein Hundeknochen für den vierbeinigen Mitbewohner, damit die neue Karte vor seinen Heisshungerattacken sicher sei. Genial! Mit dieser persönlichen, greifbaren Überraschung hat sich die Bank mit ihrem Kunden auf Augenhöhe begeben. Eine nettere Art, die eigene Marke zu kommunizieren, gibt es kaum.
2. Sportschuhe, unglaublich fitte Menschen und Bacon
Was sich auf den ersten Blick nach einem Widerspruch anhört, ist bei näherem Hinsehen ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich eine Marke präsentieren kann. 2014 lancierte der Schuhhersteller Reebok eine Brand- Kampagne, die primär die CrossFit-Community ansprechen sollte. Kurz zur Erklärung: CrossFit-Athleten sind unglaublich sportliche Menschen, die unglaublich sportliche Dinge tun. Zudem hört deren beliebteste Diät auf den Namen «Paleo»: Gemüse, Obst, Nüsse, Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier stehen hier auf dem Speiseplan. Und somit eben auch Bacon (Speck). Reebok nahm sich das zu Herzen und brachte kurzerhand einen eigenen «Reebok Bacon» auf den Markt, der völlig ohne Zusätze immer noch sehr gut schmeckte. Zudem veranstaltete die Firma die «Reebok CrossFit Games» und schickte 74 Päckchen dieser fleischigen Köstlichkeit an 74 unglaublich
sportliche und in der Community bekannte CrossFit-Athleten, die an den Spielen teilnahmen. Die verspeisten den Bacon, fanden ihn lecker und taten dies auch fleissig kund. Also: indirekte Brand-Communication in Reinform.
Nonverbal: Storytelling und Storyshowing
Du siehst, dass es mit dem alleinigen Erzählen deiner Geschichte nicht getan ist. Wenn du eine Story aufschreibst oder im Rahmen einer Power-Point-Präsentation vorträgst, dann unterstreiche sie mithilfe packender emotionaler Bilder. Nutzt du das Storytelling im Rahmen eines Vortrags, dann untermale die Botschaft mit deiner Körpersprache. Nimm dir die Tricks und Techniken zu Herzen, die du in unseren Rhetorik- und Storytelling-Workshops lernst. Last, but not least, überrasche deine Zielgruppe mit Taten.
Nutze die magische Gabe. Mach deine Marke anfassbar.
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem Buch „Erzähl’s doch der Parkuhr. Oder lerne, wie Storytelling funktioniert“. Darin zeigen wir, wie aus einer Idee Schritt für Schritt eine überzeugende Business-Story entsteht.
Wenn Du tiefer ins Thema Storytelling eintauchen möchtest, findest Du im Buch viele weitere Methoden und Beispiele für wirkungsvolle Präsentationen.
Willst auch Du Geschichten verkaufen?
Blog