Die Strukturierung deiner Präsentation - #07

Michael Bäuerle
15. Oktober 2018

Präsentations-Struktur: Pyramide oder Trichter? Auch die Präsentations-Struktur richtet sich nach deinem Publikum!

Die Grundstruktur jeder Präsentation ist die gleiche und erinnert von der Namensgebung her an eine skandinavische Pop-Band aus den 80er Jahren: AHA! Anfang – Hauptteil – Abschluss. Doch wo setzt du dort deine Kernaussage hin? Wo trifft dein «Call to Action» am ehesten auf offene Ohren? Möchtest du dein Publikum zu einer Entscheidung hinführen oder einen bereits beschlossenen Entscheidungsweg durch Lösungen und Etappenziele untermauern? Die Pyramide oder der Trichter helfen bei der Strukturierung deiner Präsentation.

AHA! Das Grundgerüst deiner Präsentationsstruktur

Ob du die schwedische Pop-Band nun kennst oder nicht, ist völlig egal. In Bezug auf deine Präsentations-Vorbereitung solltest du dich mit dem sogenannten AHA-Effekt allerdings etwas näher befassen.

Anfang – Hauptteil – Abschluss

Halte dir ein feines Drei-Gänge-Menu vor Augen. Die beiden Gerichte, die meistens einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sind die Vorspeise und das Dessert.

Der Anfang deiner Präsentation

Im Restaurant macht der erste Gang – im besten Fall – Lust auf die Hauptspeise. Bei deinem Vortrag möchtest du ebenfalls von Anfang an Interesse entfachen. Du gibst einen kurzen Überblick zum Inhalt und weckst Sympathie. Ein guter Anfang holt dein Publikum ab und macht Lust mehr.

Der Hauptteil deines Vortrags

Der Hauptteil vermittelt alle wichtigen Informationen und überzeugt dein Publikum vom Ziel. Strukturiere deinen Hauptteil also in wenige, übersichtliche Schritte. Verbinde die Schritte mit einem thematischen Roten Faden, der dich beim Vortrag auf Kurs, und deine Zuhörer aufmerksam hält. Denke daran, komplexe Themenbereiche in kleine, gut verdauliche Portionen zu unterteilen. Um beim kulinarischen Pendant zu bleiben: Serviere die Salami nicht am Stück, sondern in Scheiben. Baue praxisnahe Beispiele ein, mit denen sich dein Publikum identifizieren kann. Somit wird der Hauptteil greifbarer, verständlicher. Und es macht mehr Spass, dir zuzuhören.

Das Beste kommt zum (Ab)Schluss!

Nach dem Hauptgang kommt das Dessert – dieses Gericht bleibt in Erinnerung, auch wenn du schon lange das Restaurant verlassen hast. Es ergibt also Sinn, dem Präsentationsabschluss viel Aufmerksamkeit zu schenken. Greif deine Kernbotschaften noch einmal auf, formuliere einen «Call to Action», unterstreiche noch einmal den Wert deiner Botschaft und rege mit Zukunftsperspektiven zum Nachdenken an. Um den Zeitrahmen deiner Präsentation nicht aus allen Nähten platzen zu lassen, solltest du eher den Hauptteil kürzen, anstatt die wertvolle Schlussphase der Präsentation zu reduzieren.

Zwei gängige Präsentationsstrukturen:
Pyramide & Trichter

Auch all jene, die zu Schulzeiten in Geometrie eher durch Abwesenheit glänzten, werden die Gemeinsamkeit dieser zwei Präsentations-Strukturen erkennen: Das Dreieck. Einmal ist es nach oben, einmal nach untenhin offen. Die Spitze des Dreiecks ist hier stellvertretend für die Kernaussage, beziehungsweise das Ziel deiner Präsentation. Setz deine Kernaussage oder die Zielsetzung der Präsentation an den Anfang, bedienst du dich der «Pyramiden-Struktur». Wenn du dein Publikum zu einer Entscheidung führen möchtest und das Ziel am Ende des Vortrags offenbarst, dann nutzt du die «Trichter-Struktur».

1. Die Pyramide: Das Ziel ist klar – wie lässt es sich erreichen?

Ein Beispiel: Du willst mit deiner Präsentation die Fusion zweier Abteilungen forcieren. Allen Beteiligten – die erwartungsvoll vor dir sitzen – ist es durchaus klar, dass diese Fusion vorteilhaft ist und geschehen muss. Nun ist es an dir, die Umsetzung zu erklären, eventuelle Nachteile aufzuzeigen und dementsprechende Lösungswege zu präsentieren. Die Spitze der Vortragspyramide könnten also folgende Kernpunkte sein:

a. Hallo!
b. Wir fusionieren!
c. Weil sich uns so viele Vorteile bieten.
d. Für einen reibungslosen Übergang ist dies, das und jenes nötig.

Zu jedem Punkt formulierst du dann die nächste Vortrags-Ebene, die mit einem oder zwei Unterpunkten noch mehr ins Detail geht. Wenn nötig, kannst du von den Unterpunkten noch eine Ebene ableiten, usw. Zu guter Letzt stellst du deine Vortragspyramide auf eine breite Ebene, die den Abschluss darstellt. Fasse die Kernaussagen noch einmal zusammen, gib einen «Call to Action» zum Besten und eröffne die anschliessende Fragerunde.

2. Der Trichter: Die Präsentation führt zum Ziel …

… und überzeugt dein Publikum von der Lösung, die du erarbeitet hast. Natürlich gibst du zu Anfang einen kurzen Überblick über deine Kernaussage, doch führst du dein (wahrscheinlich unentschlossenes) Publikum zu einer Entscheidung für deinen Lösungsweg. Anhand des Beispiels möchtest du eine Abteilung davon überzeugen, sich mit der anderen zusammenzutun. Deine Argumentation baut auf einigen einleuchtenden Punkten auf, die sich im Verlaufe der Präsentation zu einer überzeugenden Kernaussage verdichten.

a. Wegen dem, dem und dem liegt die derzeitige Situation vor.
b. Wenn dies und das in Kraft tritt, dann führt das dahin.
c. Um erfolgreich zu sein, müssen wir aber dorthin.
d. Wir müssen also fusionieren!
e. Das ist der beste Weg!
f. Let’s do it!
g. Jetzt!

Wie sind deine Erfahrungen mit der Präsentations-Strukturierung? Schon Mal darüber Gedanken gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar. 

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