Körpersprache bei Präsentationen Teil 1: Augenkontakt mit dem Publikum - #54

Michael Bäuerle
17. März 2022

Der Blickkontakt gilt als das wichtigste non-verbale Kommunikationsmittel.

Kennst du das Gefühl? Du sitzt irgendwo, liest ganz vertieft einen FolienWerke-Blogartikel auf deinem Smartphone und merkst förmlich, dass du beobachtet wirst. Es heisst ja auch umgangssprachlich: «Den Blick auf sich spüren». Dieses mitunter unangenehme Gefühl beweist sehr eindrücklich, wieviel Power schon ein einseitiger Blickkontakt haben kann. Wenn du nun daran denkst, was du alles mit einem direkten Augenkontakt ausdrücken kannst – sei es Ärger, Zuneigung, Empörung, Belustigung, Wut, etc. – wird dir sicherlich klar, dass der Augenkontakt mit dem Publikum bei einer Präsentation extrem wichtig ist.

In diesem Artikel räumen wir mit ein paar Falschaussagen zum Blickkontakt auf und ersetzen diese mit guten Tipps zum Thema Augenkontakt bei Folienpräsentationen.

Drei unsinnige Ratschläge zum Thema Blickkontakt und deren Lösung

«Schau mir in die Augen, Baby!»

Dieser berühmte Satz aus dem 1942 gedrehten Film «Casablanca» bringt die Grundregel zum Blickkontakt bei Vorträgen auf den Punkt. Es heisst nämlich nicht «Schau mir auf die Stirn» oder «Schau über meinen Kopf»! Aber mal von vorne.

1. IMMER den Blickkontakt aufrechthalten!

Zunächst müssen wir von dem wohl gängigsten Ratschlag zum Augenkontakt bei Vorträgen unbedingt abraten. Oft wird einem nahegelegt, «IMMER!» mit seinem Publikum im Blickkontakt zu stehen. Und wenn «immer» nicht möglich ist, dann aber zumindest so oft es nur irgendwie geht.

Stopp!

Gegen den omnipräsenten, immer gegebenen Blickkontakt sprechen gleich mehrere Punkte. Erstens wirkt es super gekünstelt, wenn der Redner mit tellerrunden Augen permanent sein Publikum anstarrt. Das macht kein Mensch! Selbst bei normalen Gesprächen wendet man sich hin und wieder vom Gesprächspartner ab. Wenn man zum Beispiel nach den richtigen Worten sucht, sich auf das Gehörte konzentriert oder einem schlicht und ergreifend gerade ein Stück Essen von der Gabel gerutscht ist. Ausserdem macht es dieser Un-Ratschlag nicht möglich, zwischendurch seine Notizen zu Rate zu ziehen, Kernpunkte auf einer Slide zu zeigen oder zu schauen, wo man gerade hinläuft.

Die Lösung:

Natürlich ist es wichtig, Blickkontakt mit deinen Zuhörern zu schaffen. Und zwar so oft es geht. Aber nicht um jeden Preis! Mach es dir zur Regel, dein Publikum mindestens ein Drittel der Redezeit direkt anzuschauen. Kleiner Tipp: Um die Zeit für das Ablesen deiner Notizen auf ein Minimum zu beschränken, schreibe die Stichpunkte in grossen Lettern auf Index-Karten.

2. Über die Köpfe der Zuhörer schauen

Menschen sind in Sachen Augenkontakt schon von Natur aus sensibel. Man merkt einfach, ob man direkt angesehen, oder ob man «übersehen» wird. Der Tipp, den direkten Blickkontakt mit deinem Publikum quasi vorzutäuschen und stattdessen einfach über deren Köpfe zu blicken, funktioniert nicht. Man könnte zwar meinen, dass sich jeder im Saal so wenigstens ein bisschen «angesprochen» fühlt, aber das ist ein Trugschluss. Viel eher entsteht der Eindruck, dass der Redner sein Publikum nicht ernst nimmt. Er wirkt distanziert, abwesend oder sogar arrogant.

Die Lösung:

Gönne deinen Zuhörern die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Auch wenn du nur einem Teil der Zuschauer im Saal aufrichtig in die Augen schaust, so merken es dennoch alle, dass du es ernst meinst und du die Anwesenheit aller zu schätzen weisst.

3. Der Blick auf die Stirn oder die Nasenspitze

Ähnlicher Trick – gleiche, verheerende Wirkung! Hast du mal jemandem ins Gesicht geschaut, der dir aus kurzer Distanz auf die Nase blickt? Das sieht lustig aus, oder?

Heidi

Nämlich genauso wie das berühmte Opossum «Heidi» aus dem Leipziger Zoo. Deinen Gesprächspartner ernst zu nehmen, fällt da äusserst schwer. Wenn sich der Blick auf die Stirn richtet, merkt man auch sofort, dass der ehrliche Augenkontakt gemieden wird. Man fühlt sich hintergangen. Der Gesprächspartner erweckt eher einen unehrlichen, unsicheren und somit kaum überzeugenden Eindruck. Die Folge ist, dass das gesamte Thema deiner Präsentation rapide an Bedeutung und Kraft verliert.

Die Lösung:

Augen auf und durch! Auch wenn es unerfahrenen Rednern anfangs nicht leichtfällt, ist es besser, einen aufrichtigen, wenn auch etwas unsicheren Augenkontakt herzustellen. Deine Zuhörer werden dir deine Unsicherheit sofort verzeihen, weil du es ehrlich mit ihnen meinst und sie respektierst.

Augenkontakt ist Übungssache!

Wie wichtig der direkte Augenkontakt mit deinem Publikum ist, lässt sich nicht genug hervorheben. Und auch wenn es dir Anfangs schwerfällt, deiner Zuhörerschaft in die Augen zu blicken, tu es. Immer und immer wieder. Mit der Zeit wirst du sicherer, geübter und cooler. Versprochen!

 

Hast du vielleicht noch ein paar Ratschläge oder Anekdoten zum Thema «Blickkontakt bei Präsentationen», die du mit uns teilen möchtest? Ich bin schon sehr auf deinen Kommentar zu diesem Blogbeitrag gespannt.

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