Präsentationsgestaltung: Die Lessig Methode - #34

Michael Bäuerle
26. Januar 2021

Viele Folien, knappe Punkte und dann Vollgas: Folienpräsentationen á la Lessig.

Keine Sorge. Die Lessig Methode bei Folienpräsentationen bezieht sich nicht auf den deutschen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts. Klar, denn der hiess ja auch «Lessing». Du musst also nicht zu literarischen Höhenflügen aufsteigen. In diesem Fall hat Lawrence Lessig – ein amerikanischer Professor für Rechtwissenschaften – eine Vortrags- und Gestaltungsmethodik für Folienpräsentationen erarbeitet, die auf einem sehr einfachen Prinzip aufbaut: Lieber einen Punkt pro Folie ganz klar hervorheben, anstatt mehrere Punkte auf eine Folie zu quetschen.

15 Sekunden pro Punkt – das reicht laut Lessig völlig aus!

Eine Folienpräsentation, die auf der Lessig-Methode basiert, kann durchaus über hundert Slides haben. Das erscheint auf den ersten Blick wie ein Haufen Holz. Ist es auch irgendwie. Da du nur ein Wort, einen kurzen Satz oder ein Bild pro Folie zeist, und das maximal 15 Sekunden lang kommentierst, kommt bei einer gesamten Vortragslänge von +/- 20 Minuten schliesslich ordentlich Material zusammen.

Wer an dieser Stelle noch nicht in den Genuss einer gut gemachten und perfekt vorgetragenen Folienpräsentation nach Lessig gekommen ist, wird nun wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Über 100 Folien? In 20 Minuten? Da könnte man ja schon fast auf die Folien verzichten und dem Publikum gleich einen Film vorführen! Ausserdem schmeissen viele bei der Vorstellung, 100+ Slides zu gestalten, lieber direkt das Handtuch.

Für alle jene – und natürlich auch für alle anderen – die eine wirklich sagenhafte Lessig-Präsentation erleben möchten, ist das folgende YouTube Video zu empfehlen. In seiner Keynote stellt der kanadische CEO Dick Hardt im Rahmen der OSCON 2005 das Thema «Identity 2.0» vor. Innerhalb von knapp 16 Minuten jagt Hardt gefühlte 500 Folien durch, die im Zusammenspiel mit seiner Vortragsweise das Thema absolut genial rüberbringen. Es macht Spass zuzuhören und dabei das «Folien-Daumenkino» zu verfolgen.

Passe die Präsentations-Methode von Lessig deinem Style an

Das Schöne an der Gestaltung einer Folienpräsentation ist es, dieser deinen ganz persönlichen Touch zu verleihen. Du musst nicht dem Vortragsstil von Dick Hardt nacheifern. Wenn du die Lessig-Methode als Vorlage nutzt, halte dir einfach deren Grundprinzip vor Augen:

Anstatt auf einer Folie fünf Punkte zu präsentieren, über die du dann ein bis zwei Minuten redest, setze nur einen Punkt, ein Wort oder ein Bild auf die Folie. Darüber redest du dann nur 10 – 15 Sekunden, verleihst der Präsentation aber somit einen gehörigen Dynamik-Boost. Du setzt deinem Publikum zwar deutlich mehr Slides vor, doch diese sind durch die einfache Gestaltung und den minimalen Inhalt auch viel einprägsamer.

 

Wie steht es mit dir? Hast du schon einmal von der Lessig-Methode für Folienpräsentationen Gebrauch gemacht? Wie waren deine Erfahrungen damit? Oder hast du als Zuhörer eine Lessig-Präsentation miterlebt? Was hat dir daran gefallen und was nicht? Fragen über Fragen, die du gerne als Kommentar beantworten kannst. Ich würde mich auf alle Fälle sehr darüber freuen!

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