Selbstmotivation im Home-Office

Michael Bäuerle
09. April 2020

Von Zuhause aus zu arbeiten, empfinden manche als Segen, andere als Qual.

Schuld daran ist zum grossen Teil unser persönlicher CPO. Unser «Chief Procrastination Officer». Dieser agiert von seinem Büro in unserer Denkkiste aus und ist direkt für unser inneres Motivations-Level verantwortlich. Liegt dieses im roten Bereich, ist er zufrieden. Die Folgen kennen wir alle im grösseren und im kleineren Umfang: Im Posteingang stapeln sich die unbeantworteten Mails. Die PowerPoint-Präsentation, die in fünf Tagen gehalten werden soll, ist nicht mehr, sondern eher weniger fertig. Die Spülmaschine geht kaum zu, dafür stapeln sich die leeren Pizzaschachteln auf dem Wohnzimmertisch.

Wie du deinen CPO in die Schranken weist und dein Motivations-Level nach oben bringst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Die innere und die äussere Motivation

Wenn es darum geht, etwas zu tun, bedarf es Motivation. Das fängt bei den kleinsten, alltäglichen Dingen an und endet bei hehren Zielen wie die Erstbesteigung des Mount Everest, die Mondlandung oder dem schon so lang anstehenden Besuch bei den Schwiegereltern. Die Motivation etwas zu tun, kann aus zwei Richtungen kommen: von dir heraus oder von äusseren Einflüssen. In beiden Fällen kann man allgemein von zwei Hauptmotivatoren reden: Strafe und Belohnung.

Die äussere Motivation

Wenn dir dein Chef eine saftige Bonuszahlung vor die Nase hält, wenn du ein bestimmtes Ziel erreichst, dann ist das eine starke, äussere Motivationsquelle. Deutlich demoralisierender aber nicht minder effektiv ist die Androhung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes, wenn du das Ziel nicht erreichst.

Die innere Motivation

Zufriedenheit ist ein lohnendes Gefühl. Das schlechte Gewissen dagegen kaum. Ein Beispiel gefällig? Du machst es dir nach einem erreichten Ziel auf dem Sofa bequem, was sich wunderbar anfühlt. Hängst du andererseits schon seit zwei Tagen faul rum, obwohl sich die Arbeit um dich herum türmt, dann macht das Couch-Potato-Dasein wahrscheinlich nur halb so viel Spass.

Wie du dich motivieren kannst

Dein CPO ist ein glühender Verehrer von Komfort-Zonen und Routinen. Gemeint sind die Bereiche und Tätigkeiten, in denen du dich wohlfühlst, dich auskennst und gerne auch mal die Fünf gerade sein lässt. Das ist ja im Grossen und Ganzen auch völlig OK. Doch desto länger du dich in deiner Komfort-Zone verkriechst, desto schwieriger wird es, dort wieder herauszukommen. Anders gesagt: Desto mehr Eigenmotivation musst du aufbringen.

Tipp #1: Brich mit Routinen

Tätigkeiten, die du im Schlaf und mit einer Hand auf dem Rücken gebunden durchführen kannst, sind sicherlich bequem. Allerdings halten dich diese auch davon ab, Neues zu entdecken, dazuzulernen und Freude zu erleben. Ergo: Hinterfrage deine Routinen. Ist jeder einstudierte Ablauf effizient? Lässt sich etwas über einen anderen Weg erreichen? Dinge und Abläufe zu hinterfragen, erweckt Neugierde, und diese ist wiederum ein unglaublich starker Motivator.

Tipp #2: Gehe schrittweise voran

Wenn deine To-do-Liste die Länge einer unangetasteten WC-Rolle erreicht, dann lässt dein CPO die Korken knallen. Ein solch erdrückendes Arbeitspensum vor der Nase zu haben, erstickt jegliche Motivation bereits im Ansatz. Hier ist die Zielsetzung der Schlüssel zum Erfolg. Anstatt also den gesamten Aufgaben-Berg als Ganzes zu betrachten, gehe die Herausforderung in kleinen Schritten an.

Tipp #3: Die Frage nach dem Sinn

Laut Wettervorhersage soll es die ganze Woche durchregnen – und du putzt Fenster. Dass es fast unmöglich ist, sich für diese Aufgabe zu motivieren, ist völlig klar. Sie ist nämlich sinnlos. Nach dem Regen ergibt der Frühjahrs-Fensterputz dagegen wieder Sinn, was sich positiv auf dein Motivations-Level auswirkt. Mit der Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit wächst die Motivation. Mach dir diese Erkenntnis zu Nutze, und richte deine Aufgaben nach Möglichkeit so aus, dass sie möglichst sinnvoll sind.

Tipp #4: Mach es einfach!

Jede Reise beginnt mit einem Schritt. Auch wenn du keine Lust hast, fang einfach an. Halte dir das grossartige Gefühl vor Augen, das mit einer erledigten Aufgabe einhergeht. Schicke deinen CPO in den Zwangsurlaub und gehe ein Projekt an. Das kann auch ein ganz kleines sein. Hauptsache du kommst in Bewegung. Nutze dann das Momentum, um die nächste Aufgabe anzugehen. Belohne dich zwischendurch immer mal wieder mit kleinen Pausen.

 

Wie weist du deinen CPO in seine Schranken? Hast du eventuell noch ein paar Tipps zur Eigenmotivation im Home-Office auf Lager? Ich freue mich schon auf deinen Input zum Thema.

Newsletter Anmeldung

Erhalte einmal im Monat Tipps, Tricks, Anleitungen und News zum Thema PowerPoint, Präsentieren und Word.

Keine Kommentare bis jetzt

Lass uns wissen was du darüber denkst...