Von der Idee zur Story in drei Schritten

Michael Bäuerle
04. Mai 2021

Die Entwicklungs-Geschichte einer Story.

Ideen gibt es unendlich viele. Jeder Mensch hat sie. Jeden Tag. Mehrfach. Und darunter sind echte Geistesblitze, mit denen man richtig etwas bewegen könnte. Schade ist allerdings, dass von den zig Milliarden Ideen, welche der Spezies Mensch so tagtäglich durch den Kopf gehen, nur ein minimaler Bruchteil umgesetzt wird. Das liegt in erster Linie daran, dass die Ideen nicht festgehalten werden.

Viele geniale Ideen für gute Business-Storys klagen dasselbe Leid.

Wie du spätestens nach meinem Blogbeitrag «Storytelling: Die Entschärfung eines Hypes» weisst, steckt in jedem von uns ein Storyteller. Wir erzählen jeden Tag Geschichten. Und das seit wir als Kleinkinder die Sprache für uns entschlüsselt haben. Aber warum tun wir uns oft so schwer damit, ganz bewusst eine Business-Story ins Leben zu rufen? Wie schafft man es, seine Ideen für Corporate-Storys auf Papier zu bringen?

In diesem Blogbeitrag zeige ich dir drei einfache Schritte, mit denen deine Idee zu einer erzählbaren, greifbaren und packenden Geschichte erblüht.

Schritt #1: Die Idee zu Papier bringen

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Diese altbekannte Redensart «etwas zu Papier bringen» beschreibt ganz allgemein den ersten Verwandlungsschritt von Theorie zur Praxis. Der Gedanke wird aufgeschrieben und somit festgehalten. Er liegt da. Neugeboren. Wunderschön und zugleich auch etwas unansehnlich. Er ist formbar, ausbaufähig und hat das Potenzial, zu einem sagenhaften «Was-auch-immer» heranzuwachsen.

Und das gilt ebenso für deine Business-Story.

Auch wenn es in der heutigen Zeit absolut Old-School tönen mag: Bring deine Ideen tatsächlich zu Papier! Jup. Genau. Greife zu Schreibblock, Bleistift und Radiergummi und leg los. Klar kannst du deine Gedanken und Ideen auch via Smartphone und/oder Computer festhalten, aber das ist nicht das Gleiche.

Denke mal zurück an deine Schulzeit. Wir wurden dazu genötigt, mitzuschreiben, aufzuschreiben und teils auch abzuschreiben. Mir hat es beim Büffeln immer unglaublich geholfen, beispielsweise die Verben eine Fremdsprache aufzuschreiben. Logisch, denn wenn wir etwas mit der Hand aufzeichnen, dann können wir das Geschriebene im wahrsten Sinne des Wortes besser begreifen und behalten.

Hackst du dagegen deine Gedanken und Ideen stumpf via Tastatur auf ein leeres Word-Dokument, dann geht diese sensorische Verknüpfung verloren.

Schreib wie du redest!

Wenn du deine Story-Idee per Hand aufschreibst, dann schreibe so, wie du sie erzählen würdest. Du verfasst die Story im gesprochenen Wort und nicht im geschriebenen. Den Unterschied zwischen den beiden findest du ganz easy heraus, wenn du dir die Telefonrechnung vom letzten Monat oder deine Steuererklärung laut vorliest. Da schlafen einem die Füsse ein. So etwas will keiner hören.

Schnapp dir Block und Bleistift und lass es laufen! Egal, ob deine Handschrift der eines Erstklässlers gleicht, ob du zwölf Rechtschreibfehler in ein Vier-Buchstaben-Wort packst, ob du Satzzeichen nicht setzt, sondern streust. Egal, ob du in Unterhose auf dem Balkon sitzt, du im Bergsteiger-Outfit die Kellertreppe erklimmst oder im Cocktail-Dress auf dem Küchentisch tanzt. Schreib.

Im Anschluss lies dir deine Gedankenergüsse laut vor. Dabei fallen dir garantiert noch weitere Punkte ein, die gut in die Story passen. Schreib sie auf.

Am Ende des Tages sitzt du hochzufrieden vor einem wahrscheinlich ziemlich chaotischen Papier-Sammelsurium. Super! Jetzt tritt Schritt zwei in Aktion:

Schritt #2: Das Chaos bändigen

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Wenn du meinen Artikel «Drei Grundlagen einer guten Story» bereits gelesen hast, dann kennst du schon mal einen guten Ansatz, um die Unordnung auf Papier etwas zu ordnen. Im zweiten Schritt gilt es nämlich, deine ganzen Ideen für deine Story zu einem stimmigen Gerüst zu verknüpfen.

Dazu brauchst du erstmal einen Spannungsbogen. Überlege dir, wo deine Geschichte beginnen soll, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt sich der Höhepunkt / die Transformation abzeichnet und wie das Ende aussehen wird. Vielleicht hast du unter deinen zu Papier gebrachten Ideen ja schon eine geniale Einleitung oder den perfekten Abschluss? Nimm dir für diesen Part viel Zeit, verknüpfe einzelne Elemente miteinander und denke dabei an die vier W-Fragen:

  • Warum erzählst du die Geschichte?
  • Was ist der Kernpunkt deiner Business-Story?
  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Wie hilft der Kernpunkt deiner Story der Zielgruppe / deinem Publikum?

Und – ganz wichtig – besetze die Rollen deiner Protagonisten. Wer spielt den Helden, wer den Sidekick? Und gibt es sogar einen Bösewicht?

Halte dir vor Augen, dass deine Story zu diesem Zeitpunkt nicht schön sein muss, sondern stabil. Alles, was du hier erschaffst, ist eine Struktur. Sei pragmatisch – das Schöngeistige kommt später.

Schritt #3: Deine Story ausfeilen

Sobald das Grundgerüst deiner Story steht, geht es an den Feinschliff. Immer, wenn ich vor einer funkelnagelneuen Story-Struktur stehe und mich an das Editieren mache, denke ich an das Zitat von Oscar Wilde:

«The first draft of everything is shit!»

Und es stimmt! Die Erstentwürfe meiner Storys passen mir zu 99 % nicht. Was mir hier unglaublich hilft ist es, mir die Story (mal wieder!) selbst laut zu erzählen. Das ist superwichtig!

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Gewöhne dir ab, deine Storys nur zu lesen    

Erst so merkst du nämlich, welche Charakterzüge der Protagonisten passen und welche nicht. Du findest Passagen, von denen du zu Beginn felsenfest überzeugt warst, die aber tatsächlich kaum etwas zum Handlungsverlauf beitragen.

Nun heisst es also neu texten, wegstreichen, hinzufügen, ausfeilen, schön machen. Wichtig: Sobald du etwas geändert hast, dann erzähle es dir laut. Immer und immer wieder. So hörst du deine Corporate-Story zwar zigmal, aber nur so lässt sie sich auch wirklich gut abrunden. Und wenn es so weit ist und du deine Story zum Besten geben darfst, hast du sie garantiert verinnerlicht.

 

Ich hoffe sehr, dass dir meine drei Schritte zur Story-Entstehung geholfen haben. Oder hast du eine völlig andere Herangehensweise beim Schreiben einer Story? Erzähl uns davon, wenn du magst. Im Kommentarfeld ist dazu jede Menge Platz.

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