15. April 2026 · Elly Reif

23 goldene Storytelling-Tipps von Pixar

Emma Coats hat in ihrer Rolle als Storyboard-Artist für PIXAR die Kunst des Storytellings perfektioniert und ihre Herangehensweise in 23 Tipps geteilt.

PIXAR begeistert seit Jahren mit animierten Meisterwerken wie «Findet Nemo» 🐠, «Toy Story» 🦖, «WALL-E» 🤖 und «Oben» 🎈, die dank liebevoll gezeichneter Charaktere, spannender Story-Plots und viel Herz Jung und Alt gleichermassen fesseln. Hinter vielen dieser Geschichten steckt Emma Coats, die als Storyboard-Artist die Kunst des Storytellings perfektioniert und ihre 23 wichtigsten Tipps auf Twitter geteilt hat. Bei Folienwerke nutzen wir diese Regeln regelmässig, um auch PowerPoint-Präsentationen packend und mitreissend zu gestalten. 

Ein Auszug aus dem Buch Erzähl’s doch der Parkuhr

Diese Tipps haben bereits ikonische Filme geprägt und können auch deine Business-Storys auf ein neues Level heben. 

Grundgedanken, bevor es losgeht

1. Du schreibst die Story für die Zuschauer:innen. Konzentriere dich auf das, was deinem Publikum Freude bereitet. Was dir Spass macht, ist erst mal sekundär. Das kann nämlich etwas völlig anderes sein.

2. Schreibe dir alle, und wir meinen wirklich alle, Ideen auf, die dir zu der Story durch den Kopf gehen. Erst auf Papier nehmen Ideen Gestalt an.

3. Überrasche dich selbst. Die Ideen 1, 2, 3, 4 und 5 kannst du getrost in die Schublade legen. Sie verkörpern in der Regel das Naheliegende, und genau das gilt es in einer guten Story zu vermeiden.

4. Identifiziere dich mit deinen Charakteren und den verschiedenen Situationen. Was muss passieren, damit du genauso wie deine Protagonist:innen handelst?

5. Alles, was dir für die Story einfällt, ist wertvoll. Wirf auf keinen Fall etwas weg. Wenn es für die eine Story nicht passt, dann passt es vielleicht für die nächste.

 6. Schau dir Storys an, die dir gefallen, und analysiere besonders die Elemente, die dich am meisten ansprechen. Nutze diese Einsichten für deine Story.

7. Geniale Storytelling-Übung: Zerlege eine Story, die dir nicht gefällt, in Einzelteile. Versuche nun, aus diesen Einzelteilen eine Geschichte zu bauen, die dir gefällt. 

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Das Schreiben der Story

8. Schreibe drauflos und probiere alles aus, was dir einfällt! Es ist oft so, dass du erst am Ende der Story erkennst, worum es tatsächlich geht. Wenn der erste Entwurf fertig ist, überarbeite ihn von Anfang an.

9. Einfach ist gut. Vereinfache die Geschichte, verschmelze Charaktere und verzettle dich nicht mit Umwegen. Das fällt zwar nicht immer leicht, ist aber ein geniales Gefühl, wenn du es hinkriegst.

10. Übe dich in Pragmatismus, denn keine Story ist perfekt. Schliesse die Story ab und mach den Sack zu. Fang dann mit deiner nächsten Story an und lerne aus den Fehlern der vorherigen.

11. Blackout? Nichts geht mehr? Du weisst nicht weiter? Dann schreib dir alle Dinge auf, die NICHT in deiner Story passieren sollen. So wird oft klar, wie es weitergeht.

 

Die Geburt deiner Charaktere

12. Deine Held:innen müssen für ihre Versuche, etwas zu erreichen, mehr Bewunderung bekommen als für das Ergebnis.

13. Stress deinen Charakter. Konfrontiere ihn mit all dem, was er nicht gut kann oder womit er sich nicht wohlfühlt. Überlege dir, wie er damit umgeht.

14. Deine Protagonist:innen müssen kontrovers sein. Aalglatte, formbare Typen wirken eventuell netter, machen die Story aber gähnend lang weilig.

15. Versetze dich in die Position der Held:in und fühle offen und ehrlich mit ihr oder ihm. Ehrlichkeit macht selbst Unglaubwürdiges glaubhaft.

16. Dem Publikum muss es leicht fallen, sich auf deine Protagonist:innen einzulassen. Wenn viel auf dem Spiel steht, das Scheitern fast unaus weichlich erscheint, dann gelingt das in der Regel immer.

 

Zur Story selbst

17. Kündige Zeitsprünge und Entscheidungen an. Nutze dazu beispiels weise: Aus diesem Grund ..., Es war einmal ..., Aber eines Tages ... usw.

18. Wenn du den Anfang der Story hast, bestimme das Ende, bevor du den Mittelteil abschliesst. Der Schluss ist nämlich der schwierigste Part beim Storytelling, also schaff ihn aus dem Weg.

19. Erkenne den Kern beziehungsweise die Motivation hinter deiner Story. Warum erzählst du das? Wenn du den Kern kennst, dann halte ihn dir immer vor Augen.

20. Gute Storys entstehen durchs Testen, nicht durchs Verfeinern. Sei selbstkritisch beim Beurteilen deiner Arbeit und höre auf dein Bauch gefühl.

21. Zufälle, die deine Held:in in Schwierigkeiten bringen, sind Gold wert. Zufälle, die sie aus Schwierigkeiten rausholen, sind hingegen lahm, langweilig und billig.

22. Suche die Essenz deiner Geschichte und überlege dir die einfachste Art, sie zu erzählen. Und genau dort fängst du an.

 

Emmas Extra-Tipp zum Storytelling

Der letzte Ratschlag von Emma Coats hat es komischerweise nie in die Liste der 22 Storytelling-Regeln von Pixar geschafft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass dieser Twitter-Feed unter den zig Artikeln, Listen, Ratschlägen usw. einfach untergegangen ist.

23. Sei dir der Konventionen und Annahmen bewusst, die mit deinem Genre einhergehen. Nimm sie zur Kenntnis, brich mit ihnen - aber ignoriere sie niemals! 

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem Buch  Erzähl’s doch der Parkuhr. Oder lerne, wie Storytelling funktioniert. Darin zeigen wir, wie aus einer Idee Schritt für Schritt eine überzeugende Business-Story entsteht.

Wenn Du tiefer ins Thema Storytelling eintauchen möchtest, findest Du im Buch viele weitere Methoden und Beispiele für wirkungsvolle Präsentationen.

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Elly

Autor:in

Elly

  • theaterkind
  • bücherdrache
  • tagträumerin
  • bartending
  • turnverein

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