So steigerst du deine Auftrittskompetenz!

Michael Bäuerle
21. Oktober 2021

Ein Grossteil deiner Botschaft bist du selbst!

Das Wort «Auftrittskompetenz» hört sich – zumindest in meinen Ohren – steif an. Da gefällt mir der Begriff «Begeisterungsfähigkeit» schon deutlich besser. Im Grunde drehen sich beide Beschreibungen um dieselbe Fähigkeit: Nämlich mit deiner Art und deiner Redegewandtheit bei deinem Publikum zu punkten. Doch wo die Rhetorik reine Übungssache ist, verhält es sich mit deiner Art – also deinem Charisma – etwas anders. Die eigene Art zu verändern, bedeutet schliesslich nichts weniger, als an der eigenen Persönlichkeit zu feilen. Und das ist nun mal nicht eben schnell gemacht.

In diesem Artikel möchte ich auf beide Seiten der Auftrittskompetenz eingehen. Ich zeige dir Wege und Mittel, wie du deine Begeisterungsfähigkeit aufs nächste Level hebst.  

Auftrittskompetenz – eine Definition

Du haltest eine PowerPoint-Präsentation und alle – wirklich alle – im Saal hängen dir an den Lippen. So geht es dir aber auch im Zwiegespräch mit Kollegen und Freunden, wenn du auf einer Party eine Anekdote aus der Jugend erzählst und mit Kunden verhandelst. Ist das der Fall, dann könntest du jetzt mit dem Lesen aufhören. Du hast ganz offensichtlich die Fähigkeit, in der persönlichen Kommunikation ohne grosse Mühe dein Publikum zu begeistern. Deine Auftrittskompetenz rockt!

Allerdings ist nicht jeder von Haus aus ein Mensch, der mit seiner angeborenen Begeisterungsfähigkeit Massen bewegen kann. Und das ist auch OK so. Du musst ja (wahrscheinlich) auch nicht als Staatsoberhaupt den Weltfrieden propagieren. Aber wenn du dir überlegst, wie viele grosse und kleine Vorhaben wegen mangelndem diplomatischem Geschick baden gehen, dann würde es so manchen Persönlichkeiten gut zu Gesicht stehen, die eigene Auftrittskompetenz aufzupolieren.

Wenn du in Zukunft den Verlauf eines Gesprächs oder einer Präsentation massgeblich beeinflussen möchtest, dann konzentriere dich zunächst auf das WIE und dann auf das WAS.

Die Kommunikations-Pyramide

Bei einem Auftritt oder einem Gespräch wirst du sofort von deinem Gegenüber unter die Lupe genommen und eingeschätzt. Und der erste Eindruck zählt.

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Nonverbale Kommunikation

  • Wie siehst du aus?
  • Wie stehst du da?
  • Wie bewegst du dich?
  • Wie schaust du dein Gegenüber an?
  • Wie verhält sich dein Körper im Zusammenspiel mit dem Gesagten?

Diese nonverbale Kommunikation macht über 60 % deiner Auftrittskompetenz aus und bildet somit das massige Fundament der Kommunikationspyramide. Hieran kannst du verhältnismässig einfach feilen. In meinen Rhetorik-Workshops spielt die nonverbale Kommunikation eine grosse Rolle.

Paraverbale Kommunikation

Sobald das Gespräch oder der Vortrag beginnt, wird darauf geachtet, wie du dich anhörst. Die Rede ist hier von der paraverbalen Kommunikation. Auch hier gibt die Frage nach dem WIE die Marschrichtung vor.

  • Wie ist deine Stimmlage?
  • Wie schnell redest du?
  • Wie setzt du Redepausen?
  • Wie ist die Klangfarbe deiner Stimme?
  • Wie hört sich deine Stimme in Relation zu dem Gesagten an?

Du kennst das bestimmt, wenn du gerne Hörbücher, Podcasts oder auch geführte Meditationen hörst. Das Thema oder die Geschichte trifft genau deinen Geschmack. Sobald aber der Erzähler oder die Erzählerin loslegt und die Stimme passt nicht, dann geht der Spass am Zuhören den Bach runter.

Deinem Publikum geht es genauso! Wenn du in gelebter Monotonie deinen Vortrag herunterbetest, ellenlange Sätze vorkaust und dir Sprechpausen völlig fremd sind, dann hört dir keiner zu. Dein Gegenüber nickt vielleicht aus Höflichkeit hin und wieder mal mit dem Kopf, aber gedanklich ist er Lichtjahre entfernt.

Die paraverbale Kommunikation macht immerhin rund 30 % deiner Fähigkeit aus, andere zu begeistern.

Verbale Kommunikation

Und nun sind wir in Sachen Auftrittskompetenz an der Spitze der Kommunikationspyramide angelangt: Nämlich bei dem WAS.

Bezüglich der verbalen Kommunikation – also den Informationen oder der Story die du vermittelst – steht die Relevanz bei sehr überschaubaren 6 bis 7 %. Was du sagst, spielt also eine verschwindend geringe Rolle gegenüber dem, wie du etwas sagst.

Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Natürlich ist der Inhalt der Kern deiner PowerPoint-Präsentation. Aber wenn deine Auftrittskompetenz nicht überzeugt, dann wird es dir schwerfallen, deine Kernaussagen rüberzubringen.

WIE + WAS = Glaubwürdigkeit!

Wenn es dir gelingt, alle drei Teile der Kommunikationspyramide auf die Bühne zu bringen, dann wirkst du absolut glaubwürdig und – im besten Fall – charismatisch.

Auftrittskompetenz verbessern – der einfache Teil

An den drei Kommunikationsebenen kannst du relativ einfach herumfeilen. Achte im nonverbalen Part auf dein Äusseres. Mach dir vor dem Auftritt oder dem Meeting ein Bild von deinem Publikum, und passe dich vom Stil her etwas an. Bildhaft erklärt: Auch wenn du ein riesiger Fan von Death Metal bist und gerne Nietenarmbänder trägst, solltest du dich vielleicht doch für einen Casual Business Look entscheiden, wenn du dein Tech-Start-Up neuen Investoren präsentierst.

Etwas mehr Arbeit solltest du in deine Körpersprache stecken. Hierzu gibt es jede Menge Lesematerial – allen voran mein neues Buch «Präsentieren 101» – wo dir diesbezüglich geniale Tipps geboten werden.  

Was sich auch recht einfach ausbauen lässt, das ist deine Redegewandtheit. Wie du deine Stimme nutzt, wie du durch Betonung, Satzstellung, Redepausen, usw. für offene Ohren beim Publikum sorgst, das alles lässt sich lernen.

Auch wie du mit deinem Publikum agierst, es mit einbeziehst und somit die Aufmerksamkeitsspanne oben hältst, bekommst du in unserem Rhetorik-Workshop und/oder in vielen unserer Blogbeiträge vermittelt.

Trickreich wird es allerdings, wenn du an deiner Persönlichkeit etwas verändern möchtest.

Begeisterungsfähigkeit durch Charisma – der schwierigere Teil

Kann man Charisma lernen? Das habe ich mich schon oft gefragt und mich in meinem gleichnamigen Blogbeitrag näher damit auseinandergesetzt. So viel sei verraten: Es ist möglich, man benötigt aber jede Menge Selbstreflexion, Selbstkritik und Selbstbewusstsein. Es bedarf viel an «Selbst». Doch genau dort – in dir drin – liegt die Kraft, deine Auftrittskompetenz nicht nur auf ein anderes Level, sondern auf einen anderen Stern zu heben.

Dass der Prozess, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, mit sich auf Augenhöhe und absolut in Reinen zu sein, mal eben nicht aus der Hüfte raus erledigt ist, das kann dir jeder Shaolin-Meister bestätigen.

Es ist aber möglich. Grundvoraussetzung ist es, sich mit seinen Ängsten und Emotionen auseinanderzusetzen. Es gilt, sie nicht als Gegenspieler wahrzunehmen, sondern als Teil deiner selbst zu akzeptieren. Erst dann kannst du dich davon freimachen. Diese Ängste und Emotionen können sich gerade im Präsentations-Bereich ganz unterschiedlich manifestieren. Zum Beispiel die Angst, langweilig zu erscheinen. Oder das Gefühl, sich für andere verbiegen zu müssen, um zu gefallen.

 

Wie schätzt du deine Auftrittskompetenz ein? Wo glaubst du, lässt sich diese am ehesten ausbauen? Hast du andere Ansichten zum Thema? Lass es mich wissen! Ich freu mich schon auf dein Feedback.

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